Atemwegskrankheiten

Wirkmechanismus von Efeu bei Atemwegserkrankungen entschlüsselt

FRANKFURT /MAIN (djb). Efeublätter-Trockenextrakte werden wegen ihrer hustendämpfenden und schleimlösenden Wirkung gerne bei Husten eingenommen. Die Wirksamkeit wurde in kontrollierten Studien belegt. Nun haben Wissenschaftler auch den molekularen Wirkmechanismus eines solchen Phytotherapeutikums entschlüsselt.

Veröffentlicht:

Daß das Efeuextrakt-haltige Arzneimittel Prospan® bei obstruktiven Atemwegserkrankungen mit produktivem Husten effektiv als Expektorans wirkt, sei schon lange bekannt, so Professor Hanns Häberlein vom Institut für Physiologische Chemie der Universität Bonn. Es fördere die Sekretion der Bronchialflüssigkeit und mindere die Viskosität des verfestigten Bronchialschleims. Der sekretolytische Effekt dämpfe wiederum den Hustenreiz. In klinischen Studien sei außerdem eine bronchospasmolytische Wirkung nachgewiesen worden.

Die Arbeitsgruppe um Häberlein hat jetzt herausgefunden, daß für diese Wirkung des Efeus vorwiegend Beta-2-adrenerge Effekte ursächlich sind. Die vor allem in den Efeublättern enthaltenen Saponine alpha-Hederin und sein Prodrug Hederacosid C hemmen die Inaktivierung von Beta-2-Rezeptoren und erhöhen damit die Beta-2-adrenerge Ansprechbarkeit von Lungenepithelzellen, wie Häberlein bei einer vom Unternehmen Engelhard Arzneimittel initiierten Veranstaltung in Frankfurt am Main erläuterte.

Dadurch wird im Zellinneren vermehrt cAMP (zyklisches Adenosinmonophosphat) gebildet, was wiederum eine vermehrte Produktion von Surfactant in den Epithelzellen der Alveolen zur Folge hat. Surfactant wird durch einen Exocytose genannten Mechanismus an die Schleimschicht der Lungenepithelzellen abgegeben und vermindert dort die Oberflächenspannung.

Die Viskosität des Schleims nehme ab, das Abhusten werde erleichtert und die Bronchien würden weniger gereizt, faßte Häberlein die Auswirkungen der vermehrten Surfactant-Bildung zusammen. Durch die Erhöhung der cAMP-Konzentration wird zudem die intrazelluläre Kalziumkonzentration erniedrigt, was eine Relaxation der glatten Bronchialmuskulatur bewirkt. Dies erklärt auch den bronchospasmolytischen Effekt des Efeublätter-Extraktes.

Mehr zum Thema

Corona-Studien-Splitter

Hohe Viruslasten auch bei Kindern möglich

Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom

Zulassung für Pralsetinib bei NSCLC empfohlen

Akute und rezidivierende Atemwegsinfekte

Was ist bei der Inhalationstherapie für Kinder zu beachten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: PARI GmbH, Starnberg
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Zeitgenössischer Kupferstich von William T. G. Morton und Kollegen im Massachusetts General Hospital in Boston. Mittels eines Glaskolbens führte Morton die Äthernarkose vor.

© akg-images / picture-alliance

175 Jahre Anästhesie

Triumph über den Schmerz

Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit