Kommentar zu Zucker in Lebensmitteln

Worten müssen Taten folgen

Von Raimund SchmidRaimund Schmid Veröffentlicht:

Es kommt nicht so häufig vor, dass auf einem Ärztekongress so scharfe Geschütze aufgefahren werden wie jetzt beim Herbstkongress der Pädiater.

Aber die Haltung der Kinder- und Jugendärzte ist verständlich. Denn die Zunahme der Zahl übergewichtiger Kinder gerade aus prekären Familien ist nicht primär den Eltern anzulasten. Sie sind kaum in der Lage, den Etikettenschwindel, den die Lebensmittelindustrie mit ihrer intransparenten Informationsmaschinerie betreibt, zu durchschauen.

Und dieses Spiel spielt die Politik voll mit, indem sie der Industrie das Handlungsfeld überlässt. Wenn man einen solchen Sumpf trocken legen will, dürfe man nicht die Frösche fragen, kritisierte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach in Bad Orb die politisch Verantwortlichen. Das ist verständlich, sind es doch die Ärzte, die diese Adipositas-Epidemie täglich in ihren Praxen ausbaden müssen.

Mit drastischen Forderungen, etwa nach Werbeverboten und Zuckersteuern gehen die Pädiater in die Offensive. Die Strategie könnte aufgehen. Die Ankündigungen des Bundesgesundheitsministers vom Wochenende zeigen, dass auch die Politik Handlungsbedarf sieht. Doch den Worten müssen nun auch Taten folgen. Denn warum soll das, was in anderen Ländern im Kampf gegen Süßwaren-Lobby und gegen zu süße Kindernahrungsmittel gelungen ist, nicht auch bei uns möglich sein?

Lesen Sie dazu auch: "Adipositas-Epidemie": Kinderärzte werfen Regierung Versagen vor

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