Zeckenbedingte Erkrankungen

Zecken sind immer häufiger Ursache von Infektionen

WIESBADEN (ug). Die Infektionsgefahr durch FSME-Viren und Borrelien nimmt in Europa zu. Warme Winter haben in den vergangenen Jahren die Vermehrung von Zecken begünstigt. FSME-Risikogebiete breiten sich nach Norden aus.

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"Zwischen 1974 und 2003 hat sich die Inzidenz von FSME um etwa 400 Prozent erhöht", sagte Professor Jochen Süss in Wiesbaden. "Und das in allen FSME-Ländern. Gleichgültig, ob es wie derzeit in Norditalien nur zehn Erkrankungen gibt oder in Tschechien 1000", so der Direktor am Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems. Ausnahme ist Österreich. Hier sind die FSME-Erkrankungszahlen zurückgegangen, weil 88 Prozent der Bevölkerung dagegen geimpft sind.

Pro Jahr werden 10 000 bis 15 000 FSME-Erkrankungen in Europa registriert. In 27 europäischen Staaten kommt die Infektion vor. Begünstigt durch wärmere und feuchtere Sommer wandert das Virus nach Norden. So hat es vor 1997 in Norwegen gar kein FSME gegeben. Inzwischen breitet sich das Virus im Süden des Landes aus. Auch in China, der Mongolei, Japan und Korea ist das FSME-Virus bestätigt worden.

Durch den Klimawandel ändert sich auch das Verhalten der Zecken. Die Tiere mögen eine Luftfeuchtigkeit über 85 Prozent und eine Bodentemperatur über 7° C. Der warme Winter 2006 war für die Spinnentiere ideal. Sie hätten nicht wie sonst eine Winterruhe eingelegt, sagte Süss. In allen Monaten habe man sich mit FSME-Viren und anderen durch Zecken übertragenen Erregern infizieren können. Zudem vermehren sich die Zecken besonders schnell. Auch die Höhe haben sie erobert: Sie sind weit über 1100 Metern anzutreffen und dort auch mit Erregern infiziert.

Auch gesellschaftliche Faktoren fördern FSME. So standen in der DDR Kühe primär im Stall, heute stehen sie auf der Weide, daher sind die Landwirte mehr exponiert. Oder wegen der hohen Heizkosten sammeln mehr Menschen Holz im Wald.

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