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Zeigt her eure Füße - mit sechs Jahren

Ab dem Grundschulalter wachsen sich einer Longitudinalstudie zufolge Fußdeformitäten nicht mehr aus. Nur noch konservative oder chirurgische Maßnahmen helfen.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
Kleine Kinder haben noch recht gedrungene und platte Füße. Dann wird die Form schlanker, das Fußlängsgewölbe richtet sich auf.

Kleine Kinder haben noch recht gedrungene und platte Füße. Dann wird die Form schlanker, das Fußlängsgewölbe richtet sich auf.

© lisalucia / fotolia.com

BERLIN. Die normale Fußentwicklung bei gesunden Kindern zwischen dem ersten und zehnten Lebensjahr wird in einer Longitudinalstudie in Münster untersucht. Jetzt liegen erste Zwischenergebnisse vor und geben Hinweise darauf, wann Kinderfüße tatsächlich ausgereift sind.

Die gedrungenen und platten Füße von einjährigen Kindern verändern sich sehr rasch, sobald sie im Stand und beim Gehen belastet werden. Sie richten sich zu einer zunehmend schlanken Form mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Fußlängsgewölbe auf.

Bandbreite der Fußformen bei Zehnjährigen ist recht groß

Allerdings nicht immer: Manche Kinder behalten einen Plattfuß, andere entwickeln einen Hohlfuß. Die Bandbreite der Fußformen im Alter von zehn Jahren ist recht groß. Die aus diagnostischer wie therapeutischer Sicht wichtige, bislang jedoch unbeantwortete Frage lautet: Zu welchem Zeitpunkt sind die Füße der Kinder eigentlich ausgereift?

In einer prospektiven Erhebung am Universitätsklinikum Münster verfolgen Professor Dieter Rosenbaum vom Institut für Experimentelle Muskuloskelettale Medizin (IEMM) und seine Kollegen die individuelle Fußentwicklung von 100 gesunden Kindern.

Bei ihnen werden vom ersten freien Gehen an bis zum etwa zehnten Lebensjahr zu 17 Messterminen plantare Druckverteilungsmessungen vorgenommen. Jetzt liegen Resultate von 48 komplett durchuntersuchten Kindern vor, die Rosenbaum beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) vorgestellt hat.

Ab 60 Monaten sind Form- und Funktionsveränderungen zu mehr als 90 Prozent vollzogen

Aus den aufeinander folgenden elektronischen Fußabdrücken kann die Verformungsenergie im Vergleich zum jeweils letzten Abdruck berechnet werden. Daraus ergeben sich zwar individuell recht unterschiedliche Verläufe des Fußwachstums.

Insgesamt nimmt die Verformungsenergie aber relativ rasch ab, und im Alter von 60 Monaten sind die Form- und Funktionsveränderungen zu mehr als 90 Prozent vollzogen. Relativ große individuelle Unterschiede in der Fußreifung werden bis zum etwa zweiten/dritten Jahr nach Laufbeginn beobachtet, danach nehmen die individuellen Abweichungen deutlich ab.

"Ab dem Grundschulalter sind spontane Korrekturen im Sinne eines ‚sich Auswachsens‘ von Formvarianten nur noch in geringem Maße zu erwarten", sagte Rosenbaum. Erkennt man in diesem Lebensalter bestehende Fußdeformitäten oder Fehlfunktionen, sei ein passives Abwarten demnach nicht mehr gerechtfertigt, und es müssten konservative oder chirurgische Maßnahmen erwogen werden.

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