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Weil Impfstoff fehlt

WHO empfiehlt bei Cholera-Impfung eine statt zwei Dosen

Die Weltgesundheitsorganisation fürchtet, dass Cholera-Ausbrüche in zahlreichen Ländern außer Kontrolle geraten. Dehalb ändert sie nun kurzfristig vorübergehend das Impfimage.

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Immer mehr Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Cholera-Ausbrüche könnte es deshalb zukünftig immer häufiger geben.

Immer mehr Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Cholera-Ausbrüche könnte es deshalb zukünftig immer häufiger geben.

© borgogniels / Getty Images / iStock

Genf. Wegen Impfstoffmangels drohen Cholera-Ausbrüche in zahlreichen Ländern außer Kontrolle zu geraten. Deshalb wird das empfohlene Impfregime nun vorübergehend geändert: statt zwei Dosen soll vorerst nur eine Dosis verabreicht werden, berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch in Genf.

In diesem Jahr hätten bereits 29 Länder Ausbrüche der Infektionskrankheit gemeldet. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre seien es weniger als 20 pro Jahr gewesen. Kritisch ist die Lage zur Zeit unter anderem in Haiti.

„Der weltweite Trend geht zu immer mehr, weiter verbreiteten und schwereren Ausbrüchen“, berichtete die WHO. Sie führt dies auf Überschwemmungen, Dürren, Konflikte, Bevölkerungsbewegungen und andere Faktoren zurück. Dadurch hätten viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser und das Risiko von Cholera-Ausbrüchen wachse. Cholera ist eine Durchfallerkrankung, die infolge von erheblichem Flüssigkeitsverlust zu Nierenversagen oder zum Tod führen kann.

Zu wenig Studien zum Impfschutz

Eigentlich sollen gegen die Cholera zwei Impfdosen im Abstand von sechs Monaten verabreicht werden. Das gewährt nach Studien einen Schutz von etwa drei Jahren. Auch eine erste Dosis helfe, es gebe aber zu wenig Studien darüber, wie lange der Schutz vor allem bei kleinen Kindern mit nur einer Dosis halte. Dennoch sei es besser, mehr Menschen eine Dosis zu verabreichen, als manche Länder leer ausgehen zu lassen.

Die Notfall-Bestände von Impfstoffen werden von der Koordinationsgruppe ICG verwaltet. Dazu gehören neben der WHO das UN-Kinderhilfswerk Unicef, die Organisation Ärzte ohne Grenzen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Nach ICG-Angaben wurden von den rund 36 Millionen für 2022 produzierten Impfdosen bereits 24 Millionen verteilt, um Ausbrüche einzudämmen oder zu verhindern. Impfstoffhersteller produzierten mit voller Kapazität. (dpa)

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