Direkt zum Inhaltsbereich

Zum Schutz vor Vogelgrippe wird auf Rügen ein Geflügelbestand getötet

NEU-ISENBURG (dpa). Wegen der Vogelgrippefälle ist die gesamte Insel Rügen zur Schutzzone erklärt worden. Für 21 Tage sind Handel und Transport von Geflügel verboten, für die Betriebe gelten Seuchenschutzmaßnahmen, die Tierbestände werden klinisch untersucht.

Veröffentlicht:

Außerdem wurde ein Geflügelbestand auf der Insel gekeult, weil die Möglichkeit besteht, daß die Vögel in Kontakt mit infizierten Schwänen gekommen seien. Das hat eine Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums in Berlin berichtet.

ABC-Kräfte der Bundeswehr sollen auf der Insel mehrere Desinfektionspunkte einrichten. Zunächst wurde auf dem Rügendamm, der einzigen Straßenzufahrt zur Insel, eine Dekontaminationsstelle für Fahrzeuge aufgebaut, teilte der Krisenstab mit. Eine zweite Einrichtung entsteht im Fährhafen Sassnitz bei Mukran. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin ist auf Rügen ein 19köpfiges Erkundungsteam der Bundeswehr unterwegs.

Der Präsident des Friedrich-Loeffler- Instituts für Tiergesundheit, Professor Thomas Mettenleiter sieht eine Ausbreitungsgefahr durch Journalisten. "Das Problem ist, daß sie sehr nahe an die toten Tiere herangehen", sagte er. "Anschließend gehen die Kamerateams mit kontaminierter Ausrüstung und Kleidung in die Geflügelbestände hinein. Das ist völlig unverantwortlich."

Tierschützer warnen indessen vor Panikmache. "Die Gefahr, daß sich Hunde oder Katzen bei Berührung mit toten Vögeln mit dem tödlichen Erreger H5N1 anstecken, ist verschwindend gering", sagte der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg, Gerhard Käfer: Bislang seien weltweit noch keine Ansteckungsfälle von Hunden oder Katzen bekannt. "Einen Leinenzwang für Hunde zu verhängen - wie in Mecklenburg-Vorpommern - oder an Freilauf gewöhnte Katzen einzusperren, sind derzeit überzogene Maßnahmen", so Käfer.

In Europa ist das Virus H5N1 nun erstmals auch in Frankreich in der bekannten Geflügelzucht-Region Bresse bei einer toten Wildente nachgewiesen worden. Die Tierseuche hat zudem Indien erreicht. Dort wurde das H5N1-Virus bei Vögeln etwa 300 Kilometer von Bombay entfernt isoliert. Mindestens 50 000 Hühner seien gestorben, so das Tierseuchen-Institut in Bhopal. Bei mehreren Menschen bestehe Infektionsverdacht.

Lesen Sie auch: Notfallkoffer für Tierärzte

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration

Anti-VEGF-Injektionen: Versäumte Termine kosten nAMD-Patienten wohl Sehschärfe

Lesetipps
Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?