Zuversicht bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen H1N1

BERLIN (pe). Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin ist zuversichtlich, dass in Deutschland ab Herbst ein Pandemie-Impfstoff gegen das neue Influenza-Virus A/H1N1 zur Verfügung stehen wird.

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Wie der saisonale Impfstoff wird die Vakzine gegen H1N1 zweimal appliziert.

Wie der saisonale Impfstoff wird die Vakzine gegen H1N1 zweimal appliziert.

© Foto: dpa

Nach aktuellen Informationen wachse das Saatvirus gut, die Produktion würde etwa drei bis vier Monate dauern. Die beiden Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline und Novartis Behring hätten die entsprechenden Verfahren für die Zulassung bereits vorbereitet, berichtete Privatdozent Gérard Krause, Leiter der Abteilung für Infektionsepidemiologie am RKI. Wie er auf einer Veranstaltung des Auswärtigen Amtes in Berlin hinzufügte, wird für Deutschland ein monovalenter Impfstoff entwickelt, der ein Adjuvans enthält. Das habe den Vorteil, dass er Antigen-sparend angewandt werden könne und vermutlich eine breite Kreuzimmunität auch bei genetischen Veränderungen bewirke.

Ob und, wenn ja, wer geimpft wird, hängt nach Angaben von Krause vom weiteren Verlauf ab. Nähmen die Schwere der Infektion und die Ausbreitung weiter zu, seien für ein Worst-Case-Szenario 160 Millionen Impfdosen eingeplant, um die gesamte Bevölkerung - wie beim pandemischen Impfstoff nötig - zweimal impfen zu können. Da der Impfstoff sukzessive erhältlich sein wird, erfolgt eine Priorisierung, bei der medizinisches Personal und Personen, die die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht erhalten, zunächst im Vordergrund stehen. Zudem ist eine Verteilung nach Altersjahrgängen vorgesehen, mit dem Ziel, Morbidität und Mortalität zu minimieren.

Die pandemische Influenza-Impfung könnte nach Angaben von Krause gleichzeitig mit der saisonalen erfolgen - die eine in den linken und die andere in den rechten Oberarm. Eine Änderung der Reiseempfehlungen in Deutschland hat es seinen Angaben zufolge nicht gegeben, nachdem die WHO die Pandemiestufe 6 ausgerufen hat. Krause riet eher dazu, hiervon zunehmend abzurücken und H1N1-Infektionen als globales Problem zu begreifen.

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller teilt mit, dass mit der Entwicklung von Impfstoffen gegen H1N1 die Pharmaunternehmen die WHO im Kampf gegen die Pandemie unterstützten und der Bevölkerung bald Schutz vor der Infektion böten.

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