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Zwei einfache Tests helfen bei Embolie-Verdacht

LEIDEN (ikr). Mit einem einfachen Score- und einem Bluttest läßt sich sicher beurteilen, bei welchen Patienten mit klinischem Verdacht auf Lungenembolie (LE) eine weitergehende Diagnostik verzichtbar ist. Einem Drittel der Patienten mit LE-Verdacht bleibt so eine weitere Diagnostik erspart, belegt eine Studie.

Veröffentlicht:

An der Studie nahmen 3306 hämodynamisch stabile Patienten mit klinischem Verdacht auf eine LE teil (JAMA 295, 2006, 172). Zunächst wurde der Wells-Test gemacht. Hierbei werden Faktoren bewertet, bei denen die LE-Wahrscheinlichkeit erhöht ist. Pro Faktor gibt es bis zu drei Punkte. Kamen in der Summe höchstens vier Punkte zustande, galt die LE-Wahrscheinlichkeit als gering (fünf bis zehn Prozent).

Das ist der Wells-Test auf Embolie
Charakteristik Score
Klinische Zeichen einer Venenthrombose (TVT)
3,0
Lungenembolie (LE) wahrscheinlicher als eine andere Diagnose
3,0
Herzfrequenz>100/min.
1,5
Immobilisation oder Op in den vergangenen 4 Wochen
1,5
Frühere TVT oder LE
1,5
Hämoptyse
1,0
Krebserkrankung (aktiv oder in den vergangenen 6 Monaten)
1,0
Quelle: JAMA 295, 2006, 172, Tabelle: ÄRZTE ZEITUNG
Ergeben sich in der Summe höchstens vier Punkte, ist die Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie gering.

War zudem der D-Dimer-Test unauffällig, wurde auf weitere Diagnostik verzichtet, weil eine noch geringere LE-Wahrscheinlichkeit angenommen wurde. Verwendet wurde meist der Tinaquant®-Test von Roche Diagnostics. Bei allen anderen Patienten wurde ein CT gemacht. Primärer Endpunkt der Studie war die Inzidenz der symptomatischen thromboembolischen Ereignisse innerhalb von drei Monaten.

Bei 1057 Patienten wurde die LE-Wahrscheinlichkeit mit Wells-Test als gering eingestuft, und der D-Dimer-Test war negativ. Auf weitere Diagnostik wurde daher verzichtet. Fünf dieser Patienten (0,5 Prozent) bekamen eine Thromboembolie. Von den 1505 Patienten, bei denen eine LE per CT ausgeschlossen worden war, waren es immerhin 1,3 Prozent. Bei 674 Patienten ergab das CT eine LE.

Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie empfiehlt in ihrer neuen Leitlinie zu Thrombembolien als Ausschlußkriterium für eine LE zwar einen Wells-Score von unter zwei Punkten plus einen negativen D-Dimer-Test. Das in der Studie verwendete Vorgehen sei aber ebenfalls akzeptabel, meint Professor Viola Hach-Wunderle, die die neue Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Angiologie koordiniert hat.

Entscheidend sei, daß die Thromboembolie-Rate mit den verwendeten Tests unter drei Prozent liege, sagte die Frankfurter Internistin zur "Ärzte Zeitung". Das niederländische Verfahren sollte jedoch mit den in der Studie eingesetzten D-Dimer-Tests angewandt werden.

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