Carl-Thiem-Klinikum

Ärzte-Akquise: „Mach es wie der Wolf. Komm in die Lausitz.“

Das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum wirbt bundesweit um neue Ärzte. Doch das negative Image der Region ist ein Problem.

Veröffentlicht:
Hier geht’s rein: das Carl-Thiem-Klinikum sucht dringend Ärzte.

Hier geht’s rein: das Carl-Thiem-Klinikum sucht dringend Ärzte.

© Patrick Pleul / dpa-Zentralbild / picture alliance

Cottbus. Vor einem Fachwerkhaus sitzen vier Mediziner. In der Hand halten sie Spreewaldgurken. Dazu zeigt das Motiv den Werbeslogan „Auf nach Cottbus. Wer traut sich? Weil wir hier keine Gurkentruppe sind. Auch wenn es bei uns die sauersten Spreewaldgurken gibt.“

Auf einem anderen Plakat stehen zwei Ärzte vor einer Weide. Darauf ist ein Wolf zu sehen. Der Slogan: „Mach es wie der Wolf. Komm in die Lausitz. Und bring Dein Rudel gleich mit.“

Mit dieser Werbekampagne in Universtätsstädten wie Göttingen oder Greifswald will das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum dem Ärztemangel in der Region entgegentreten. „Es gibt Bereiche, da bekommen wir keine Ärzte nach Cottbus“, sagte der Geschäftsführer des CTK, Dr. Götz Brodermann, auf Nachfrage.

„Wir haben bereits sehr viel Kraft investiert, um unser Ärzteteam in der Kardiologie zu vergrößern, ebenso das in der Notaufnahme und der Psychiatrie – aber es fehlen einfach die Bewerber.“

Anspruch eines Maximalversorgers

Das Carl-Thiem-Klinikum ist nach eigener Darstellung „ein Haus der Schwerpunktversorgung mit dem Anspruch eines Maximalversorgers“. Das über 1203 Betten und 2500 Mitarbeiter verfügende Haus hat unter anderem eine „Chest Pain Unit“ sowie eine „Stroke Unit“ und ist eines von lediglich zwei Krankenhäusern in Brandenburg, das über ein Perinatalzentrum der Stufe 1 verfügt. Es soll auch Universitätsklinikum der in Cottbus geplanten medizinischen Fakultät werden.

„Wir müssen uns hinter anderen Kliniken nicht verstecken“, sagt Brodermann. Doch auch wenn die Klinik bundesweit um Mediziner werbe, kämen doch zu wenig Bewerber. „Wir denken, ein Grund dafür ist das in Teilen doch negative Image der Region bundesweit“, sagt Brodermann. Die Vorurteile lauteten, dass die Region fast in Polen sei, mitten im Kohleabbaugebiet.

„Und hinzu kamen die negativen ausländerfeindlichen Schlagzeilen aus Cottbus vor allem im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise,“ so Brodermann. Daher wolle man mit der Kampagne zeigen, dass Cottbus und die Lausitz liebens- und lebenswert seien. (lass)

Mehr zum Thema

Gesundheitsausschuss

KV Brandenburg bereit für kommunale MVZ

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Druck entweicht: Wirtschaftlichkeitsprüfungen sind ein Schreckgespenst für Arztpraxen. Doch das Risiko für Arzneimittel-Regeresse scheint mittlerweile gering.

© HappyRichStudio / stock.adobe.com

Der Druck ist raus

Arzneimittel-Regresse treffen weniger, als man denkt

Schmerzen im Thoraxbereich: Bei einem jungen Mann wurden einige Monate nach einer Akupunkturbehandlung außer einer Perikarditis nadelartige Konstrukte im Herzen gefunden.

© staras / stock.adobe.com

Akute Perikarditis

Akupunktur brachte jungen Mann auf die Intensivstation