Direkt zum Inhaltsbereich

Famulatur

Bayern lockt Medizinstudenten mit 600 Euro aufs Land

Werben für den Hausarztberuf fern der Großstädte: Eine Pauschale von bis zu 600 Euro soll Medizinstudenten dazu bewegen, ihre Famulatur auf dem Land zu absolvieren. Bisher haben schon mehr als 100 Famulanten das Angebot angenommen.

Von Erich Lederer Veröffentlicht:
Auf zur Famulatur auf dem Land: Mehr als 100 Medizinstudenten haben bereits am Förderprogramm von TK und Bayerischem Hausärzteverband teilgenommen.

Auf zur Famulatur auf dem Land: Mehr als 100 Medizinstudenten haben bereits am Förderprogramm von TK und Bayerischem Hausärzteverband teilgenommen.

© New Africa / stock.adobe.com

München. Das 2015 gestartete gemeinsame Förderprojekt von Bayerischem Hausärzteverband und der Techniker Krankenkasse (TK), wird auch 2021 fortgesetzt. Aufgrund des großen Erfolgs wollen beide Parteien das Budget für die Medizinstudierenden sogar verdoppeln.

Eine Pauschale von bis zu 600 Euro soll Studierende dazu bewegen, ihre Famulatur in einer Landarztpraxis zu absolvieren. Im nächsten Jahr will man bis zu 35 Studierende auf diese Weise für die Hausarztmedizin motivieren. Aufgrund des bisherigen Erfolgs verdoppelten die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband und die Techniker die Gelder für dieses Projekt.

Ärztemangel ist gravierend

„Ich bin fest davon überzeugt: Je mehr Studierende mit der Hausarztmedizin frühzeitig in Kontakt kommen,“ so Dr. Jakob Berger, Vorstand der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband und niedergelassener Hausarzt in Meitingen, Schwaben, „desto mehr werden sich für diesen ausfüllenden und schönen Beruf des Hausarztes begeistern“.

Bereits seit fünf Jahren läuft das Projekt mit dem Ziel, den Rückgang von Arztpraxen auf dem Land zu stoppen. Bisher Haben mehr als 100 Famulanten daran teilgenommen. „Jede Woche schließt in Bayern eine Hausarztpraxis für immer, weil es zu wenig Nachwuchs gibt.“, so Dr. Dieter Geis, Vorstand des Stiftungskuratoriums und niedergelassener Hausarzt in Randersacker.

Bisher seien die meisten der so Geförderten von ihrer Zeit auf dem Land begeistert gewesen, berichtet Geis. „Viele können sich eine Weiterbildung Allgemeinmedizin nach dieser Erfahrung gut vorstellen beziehungsweise planen diese konkret.“

Famulatur in Coronazeiten

Voraussetzung dafür sei jedoch, so Christina Bredl von der TK-Landesvertretung in Bayern, „dass ihre Lehrpraxis in einer ländlichen Region in Bayern liegt.“ Das muss gerade in Coronazeiten nicht immer ein Nachteil sein. So berichtet der Famulant Paulus Löscher von der Möglichkeit sich im Bayerischen Wald nahe der Praxis mit Mountainbiketouren und Wanderungen zu erholen – und doch moderne Technik sowie den Praxisalltag während der Pandemie kennenzulernen: „Viele Patienten nutzen die Möglichkeit einer Videosprechstunde.

Ein Infekt-Zimmer mit gesondertem Zugang wurde eingerichtet in dem wir potenziell infektiöse Patienten mit entsprechender Schutzausrüstung versorgten.“

Medizinstudierende, die sich für dieses Förderprogramm interessieren, wenden sich an die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband.

Mehr zum Thema

Bundesweites Trainingsprogramm gestartet

Acht Millionen Euro für bessere Kommunikation in der Krebsmedizin

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik

Atypische Stirnfalten: Wo kommen sie her?

Tipps von KI-Expertin

So hilft Künstliche Intelligenz den MFA im Praxisalltag

Lesetipps
Eine Puppe liegt dreckig auf dem Boden.

© fotogeng / stock.adobe.com

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Wenn das Bindegewebe im Becken an Spannung verliert oder geschädigt wird, droht ein Descensus genitalis. Wichtig sind Aufklärung und Beratung der betroffenen Frauen.

© H_Ko / Stock.adobe.com

Genitalsenkung

Descensus genitalis: Aktualisierte Empfehlungen auf S3-Niveau