Schleswig-Holstein

Corona-Quarantäne missachtet: Staatsanwaltschaft ermittelt

Weil ein auf COVID-19 positiv getesteter Mann aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde die Quarantäne-Regeln missachtet hat, ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

Veröffentlicht:
Weil ein auf COVID-19 positiv getesteter Mann sich nicht an die Regeln gehalten hat, muss er jetzt mit einer Strafe rechnen.

Weil ein auf COVID-19 positiv getesteter Mann sich nicht an die Regeln gehalten hat, muss er jetzt mit einer Strafe rechnen.

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Rendsburg /Kiel. Wer positiv auf COVID-19 getestet wird, gehört in Quarantäne. Dies ist nicht nur aus medizinischen Gründen sinnvoll, sondern auch vom Infektionsschutzgesetz gedeckt. Ein Mann aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde hat dies missachtet – nun ermittelt die Staatsanwaltschaft und ihm droht eine empfindliche Strafe.

Der Mann befand sich nach Rückkehr aus einem Risikogebiet in Quarantäne und wurde auf COVID-19 getestet. Nachdem der Test positiv ausfiel, informierte ihn das Gesundheitsamt des Kreises über das Ergebnis und die Konsequenzen telefonisch. Dabei wurden auch seine persönlichen Kontakte der vergangenen 14 Tage aufgenommen. Außerdem erhielt er schriftlich eine Absonderungserklärung zur häuslichen Quarantäne.

Positiver Test war Mann egal

Bei der späteren Befragung einer ermittelten Kontaktperson durch Mitarbeiter des Kreises stellte sich dann heraus, dass der infizierte Betroffene die Quarantäne nicht eingehalten und direkten Kontakt mit anderen Menschen hatte – offenbar bevor und nachdem er sein Testergebnis erfahren hatte.

Damit hatte er nicht nur gegen die Quarantäneverordnung des Kreises, sondern auch gegen die Absonderungserklärung verstoßen – was den Verdacht einer Straftat erhärtet. Deshalb hat der Kreis den Fall inzwischen an die Kieler Staatsanwaltschaft abgegeben.

Die teilte auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“ mit, dass sie bei ihren Ermittlungen wegen eines möglichen Verstoßes gegen Paragraf 75 des Infektionsschutzgesetzes den Beschuldigten und die Kontaktpersonen befragen lassen wird. Bei einem solchen Verstoß sieht das Gesetz Sanktionen in Form einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren vor. Bei Ersttätern, so die Staatsanwaltschaft, sei eine Freiheitsstrafe aber „eher nicht zu erwarten“.

Verstöße werden nachdrücklich verfolgt

Ein Sprecher sagte außerdem: „Schon aus generalpräventiven Erwägungen bemühen wir uns, Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz nachdrücklich zu verfolgen, damit entsprechende Straftaten schnell und angemessen sanktioniert werden.“ Nach Kenntnisstand der Staatsanwaltschaft ist dies das erste Verfahren, das wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im Norden in Gang gesetzt wird. (di)

Mehr zum Thema

Zeitgeschichte

Arzt Peter Delius hält Erinnerung an Nazi-Verbrechen wach

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Claudia Vollbracht, Humanbiologin und medizinische Wissenschaftlerin beim Unternehmen Pascoe

© [M] Privat; Levan / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie Vitamin-C-Infusionen bei COVID-19 helfen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

© Maksim Tkachenko / Getty Images / iStock

SARS-CoV-2 und COVID-19

Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Zeitgenössischer Kupferstich von William T. G. Morton und Kollegen im Massachusetts General Hospital in Boston. Mittels eines Glaskolbens führte Morton die Äthernarkose vor.

© akg-images / picture-alliance

175 Jahre Anästhesie

Triumph über den Schmerz

Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit