Schleswig-Holstein

Corona-Quarantäne missachtet: Staatsanwaltschaft ermittelt

Weil ein auf COVID-19 positiv getesteter Mann aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde die Quarantäne-Regeln missachtet hat, ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

Veröffentlicht: 01.04.2020, 16:33 Uhr
Weil ein auf COVID-19 positiv getesteter Mann sich nicht an die Regeln gehalten hat, muss er jetzt mit einer Strafe rechnen.

Weil ein auf COVID-19 positiv getesteter Mann sich nicht an die Regeln gehalten hat, muss er jetzt mit einer Strafe rechnen.

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Rendsburg /Kiel. Wer positiv auf COVID-19 getestet wird, gehört in Quarantäne. Dies ist nicht nur aus medizinischen Gründen sinnvoll, sondern auch vom Infektionsschutzgesetz gedeckt. Ein Mann aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde hat dies missachtet – nun ermittelt die Staatsanwaltschaft und ihm droht eine empfindliche Strafe.

Der Mann befand sich nach Rückkehr aus einem Risikogebiet in Quarantäne und wurde auf COVID-19 getestet. Nachdem der Test positiv ausfiel, informierte ihn das Gesundheitsamt des Kreises über das Ergebnis und die Konsequenzen telefonisch. Dabei wurden auch seine persönlichen Kontakte der vergangenen 14 Tage aufgenommen. Außerdem erhielt er schriftlich eine Absonderungserklärung zur häuslichen Quarantäne.

Positiver Test war Mann egal

Bei der späteren Befragung einer ermittelten Kontaktperson durch Mitarbeiter des Kreises stellte sich dann heraus, dass der infizierte Betroffene die Quarantäne nicht eingehalten und direkten Kontakt mit anderen Menschen hatte – offenbar bevor und nachdem er sein Testergebnis erfahren hatte.

Damit hatte er nicht nur gegen die Quarantäneverordnung des Kreises, sondern auch gegen die Absonderungserklärung verstoßen – was den Verdacht einer Straftat erhärtet. Deshalb hat der Kreis den Fall inzwischen an die Kieler Staatsanwaltschaft abgegeben.

Die teilte auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“ mit, dass sie bei ihren Ermittlungen wegen eines möglichen Verstoßes gegen Paragraf 75 des Infektionsschutzgesetzes den Beschuldigten und die Kontaktpersonen befragen lassen wird. Bei einem solchen Verstoß sieht das Gesetz Sanktionen in Form einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren vor. Bei Ersttätern, so die Staatsanwaltschaft, sei eine Freiheitsstrafe aber „eher nicht zu erwarten“.

Verstöße werden nachdrücklich verfolgt

Ein Sprecher sagte außerdem: „Schon aus generalpräventiven Erwägungen bemühen wir uns, Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz nachdrücklich zu verfolgen, damit entsprechende Straftaten schnell und angemessen sanktioniert werden.“ Nach Kenntnisstand der Staatsanwaltschaft ist dies das erste Verfahren, das wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im Norden in Gang gesetzt wird. (di)

Mehr zum Thema

Coronavirus-Pandemie

Schleswig-Holstein verlegt COVID-Testzentren

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Immunmodulation

Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Experten-Bündnis fordert Vorfahrt für Prävention

Berliner Erklärung

Experten-Bündnis fordert Vorfahrt für Prävention

Vor allem komplizierte planbare Operationen sollten in Kliniken vorgenommen werden, wo aufgrund höherer Fallzahlen eingespielte interdisziplinäre Teams bei hoher Prozess- und Strukturqualität Erfahrung aufbauen konnten, fordert die Barmer.

Krankenhausreport der Barmer

Hohe Operations-Fallzahl rettet Leben