COVID-Prävention

Corona-Schnelltest vor dem Bildschirm

Ein Unternehmen aus NRW ermöglicht den Bürgern, sich zuhause selbst auf SARS-CoV-2 zu testen – und vergibt dafür offizielle Zertifikate. Offensichtlich eine Marktlücke, die Nachfrage ist groß.

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Testen am eigenen Küchentisch und trotzdem ein offizielles Zertifikat erhalten – für viele Bürger ist das eine komfortable Alternative zum Testzentrum.

Testen am eigenen Küchentisch und trotzdem ein offizielles Zertifikat erhalten – für viele Bürger ist das eine komfortable Alternative zum Testzentrum.

© Frank Hoermann / SVEN SIMON / picture alliance

Sprockhövel. Ein Corona-Schnelltest mit offizieller Bescheinigung, aber ohne Besuch von Testzentrum, Arztpraxis oder Apotheke – mit diesem Angebot ist das Unternehmen DLMC aus dem westfälischen Sprockhövel offenbar in eine Marktlücke vorgestoßen. „Das Interesse ist wahnsinnig hoch“, sagt Geschäftsführerin Dr. Nicola Breithaupt der „Ärzte Zeitung“. Seit dem offiziellen Start des ersten digitalen Corona-Testzentrums in Nordrhein-Westfalen wird das Unternehmen nach ihren Angaben mit Anfragen überrannt. „Es gibt dafür einen riesigen Markt.“

DLMC ist auf das Medizincontrolling spezialisiert. Durch die Corona-Pandemie hat die Firma deutlich weniger zu tun. „Wir haben uns gefragt, wie wir unser hoch spezialisiertes Personal einsetzen können“, berichtet Breithaupt. So entstand die Idee mit dem Testzentrum. Analog arbeitende gibt es inzwischen schon sehr viele, deshalb die Entscheidung für die digitale Version. Das Unternehmen bietet eine Videosprechstunde an, bei der der Selbsttest unter Anleitung von Krankenschwestern, Medizinischen Fachangestellten oder anderem medizinisch geschultem Personal durchgeführt wird.

Viele Anfragen von Eltern

Das Angebot richtet sich an Menschen, die Kontakte so weit wie möglich vermeiden wollen, etwa auf dem Weg zum Testzentrum und im Zentrum selbst. Zudem hat DLMC mit 7 Uhr bis 20 Uhr auch längere Öffnungszeiten als viele andere Anbieter, sagt die Geschäftsführerin. „Wir haben vor, die Präsenz auf das Wochenende auszuweiten“, kündigt sie an. Viele Anfragen kommen von Eltern, die ihre Kinder vor dem Schulbesuch testen wollen. Auch Reiserückkehrer gehören zur Zielgruppe des Unternehmens.

Die Testwilligen können jeden vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen Selbsttest nutzen. In einem ersten Schritt müssen sie allerdings bei DLMC fälschungssichere Siegel kaufen. Sie kosten 3,50 Euro für fünf Stück oder 7,90 Euro für 20 - plus Porto. Unter www.onlineschnelltest.de können die Nutzer den entsprechenden Termin für die Videosprechstunde buchen, kooperiert wird mit Medityme. Die Nutzer benötigen ein Internet- und videofähiges Endgerät mit Kamera und Mikrofon.

Warten vor dem Bildschirm ist nicht notwendig

So funktioniert es: Nachdem sich die Testwilligen ausgewiesen haben, führt das Personal sie durch den Selbsttest. Wichtig: Zuerst muss das Siegel auf das bis dahin ungeöffnete Testkit aufgetragen werden. Das Siegel kann nicht mehr entfernt werden, ohne es zu zerstören. Die Getesteten müssen nicht vor dem Bildschirm sitzen bleiben, bis das Testergebnis vorliegt, sondern sie können es nach der notwendigen Wartezeit per Videoschalte vorzeigen. Dann erhalten sie eine offizielle Bescheinigung über das Testergebnis – als Downloadlink per Mail mit einer 2-Faktor-Authentifizierung mit SMS-Code.

Während der Öffnungszeiten sei immer ein Arzt oder eine Ärztin im Hintergrund, sagt Breithaupt, die selbst HNO-Ärztin ist. Die Mediziner können nicht nur medizinische Fragen beantworten, sondern stehen den Nutzern auch für Gespräche zur Verfügung, falls der Test positiv ist. DLMC informiert das zuständige Gesundheitsamt über das positive Testergebnis. In Testzentren würden Menschen mit Symptomen weggeschickt, sagt Breithaupt. „Bei uns spricht zunächst ein Arzt mit ihnen, bevor getestet wird.“

DLMC arbeite mit hohen Sicherheitsstandards, betont sie. „Wir sind den Umgang mit sensiblen Daten gewohnt.“ Das Unternehmen werde seit 2009 durch den TÜV Nord zertifiziert. Vor drei Wochen gab es die letzte Re-Zertifizierung. „Dabei konnten wir auch das Online-Schnelltestzentrum mit aufnehmen.“

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