Forschung

Diabetes-Zentrum in Dresden eröffnet

In Dresden hat das Zentrum für Metabolisch-Immunologische Erkrankungen und Therapietechnologien Sachsen (MITS) seinen Betrieb aufgenommen. Geforscht wird an einem Bioreaktor und an der Prävention und Heilung von Diabetes.

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Prof. Barbara Ludwig und Prof. Stefan Bornstein zeigen die Prototypen des Bioreaktors, in dem Betazellen beispielsweise des Schweins verpackt sind und so vor den Abwehrmechanismen des menschlichen Körpers geschützt werden. Fotorechte:

Prof. Barbara Ludwig und Prof. Stefan Bornstein zeigen die Prototypen des Bioreaktors, in dem Betazellen beispielsweise des Schweins verpackt sind und so vor den Abwehrmechanismen des menschlichen Körpers geschützt werden. Fotorechte:

© Hochschulmedizin Dresden / Annechristin Bonß

Dresden. Das neue Zentrum für Metabolisch-Immunologische Erkrankungen und Therapietechnologien Sachsen (MITS) der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und des Universitätsklinikums Dresden hat am Montag nach rund vier Jahren Bauzeit seinen Betrieb aufgenommen.

Der Bund und der Freistaat Sachsen hätten den Neubau mit Investitionen von mehr als 35 Millionen Euro finanziert, teilte das Krankenhaus am Montag in Dresden mit. Der Neubau biete Platz für rund 100 Mitarbeiter.

Im Zentrum sollen die Forscher die wissenschaftlichen Arbeiten am Bioreaktor durchführen. „Man kann ihn sich wie einen Herzschrittmacher vorstellen“, sagte Professor Stefan R. Bornstein, Sprecher des MITS. „Es ist eine kleine Dose von fünf bis sechs Zentimetern Durchmesser, die auf das Bauchfell, also unter die Haut, transplantiert wird.“ In der Dose seien Betazellen beispielsweise des Schweins verpackt und vor den Abwehrmechanismen des menschlichen Körpers geschützt.

Über einen Port würden die Zellen von außen mit Sauerstoff versorgt, über eine Membran bekämen sie körpereigene Nährstoffe. Der Reaktor könne selbstständig nach Bedarf Insulin produzieren und an den Körper abgeben. Die Gabe von Insulin über Spritze oder Pumpe in den Körper wäre damit überflüssig. Dies betreffe künftig Patienten mit Diabetes Typ I.

Außerdem sollen sich die Wissenschaftler der Prävention und Heilung widmen. Folgeerkrankungen an Gefäßen, Herz, Niere, Leber sowie an den Knochen, die durch Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen hervorgerufen würden, sollten verhindert und die Regeneration der Zellfunktionen ermöglicht werden. (sve)

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