Direkt zum Inhaltsbereich

Vroni-Studie

Familiäre Hypercholesterinämie: Screening für Kinder gestartet

Die Familiäre Hypercholesterinämie wird zu selten diagnostiziert und behandelt. Die Vroni-Studie soll nun Risikopersonen identifizieren helfen.

Veröffentlicht:
Einem Mädchen wird Blut aus dem Finger abgenommen: Für die Untersuchung ist das nötig und kann im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen U9 bis J1 oder bei jedem anderen Kinderarztbesuch erfolgen (Symbolbild mit Fotomodell).

Einem Mädchen wird Blut aus dem Finger abgenommen: Für die Untersuchung ist das nötig und kann im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen U9 bis J1 oder bei jedem anderen Kinderarztbesuch erfolgen (Symbolbild mit Fotomodell).

© Ivan-balvan / Getty Images / iStock

Frankfurt/München. Nach Schätzungen sind in Deutschland bis zu 270 000 Menschen Träger des Gendefekts für eine Familiäre Hypercholesterinämie (FH), teilt die Deutsche Herzstiftung mit.

„In Deutschland sind nur weniger als ein Prozent der Betroffenen mit dieser Erbkrankheit diagnostiziert, die zu massiv erhöhten LDL-Cholesterinspiegeln im Blut führt und unbehandelt noch vor Erreichen des 35. Lebensjahres zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann“, wird Professor Heribert Schunkert, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen am Deutschen Herzzentrum München und Mitglied im Vorstand der Deutschen Herzstiftung, in der Mitteilung zitiert. Screenings zur frühzeitigen Erfassung von Risikopersonen seien daher unerlässlich, warnt Schunkert.

Mit der Vroni-Studie hat das Deutsche Herzzentrum München (DHM) im Rahmen des Leuchtturmprojekts DigiMed Bayern, das auch die Deutsche Herzstiftung unterstützt, ein Screening gestartet, um eben solche Risikopersonen für die lebensbedrohliche Erbkrankheit in der Bevölkerung frühzeitig zu identifizieren.

Unter dem Motto „Herzinfarkt mit 35? Ohne mich!“ können Eltern in Bayern ihre Kinder im Alter zwischen fünf und vierzehn Jahren kostenfrei beim Kinder- und Jugendarzt auf erhöhte Cholesterinwerte (LDL) untersuchen lassen, heißt es in der Mitteilung der Herzstiftung.

Bei LDL-Werten >135 mg/dl folgt genetische Untersuchung

Die Vroni-Studie startete Anfang dieses Jahres in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Bayern. Mit der labortechnischen Etablierung der genetischen Analyse bei Verdachtsfällen konnten laut Herzstiftung die ersten Kinder mit der Erberkrankung bereits identifiziert werden.

Die Untersuchung umfasst eine Blutentnahme aus dem Finger der Probanden im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen U9 bis J1 oder bei jedem anderen Kinderarztbesuch. Im DHM wird anschließend das LDL-Cholesterin bestimmt. Bei LDL-Werten über 135 mg/dl folgt eine genetische Untersuchung.

Ein Kind mit FH wird dazu ermutigt, sich gesund zu ernähren und regelmäßig zu bewegen. Kindern über dem 8. Lebensjahr können darüber hinaus cholesterinsenkende Medikamente verschrieben werden.

Aktuell unterstützen mehr als 300 Kinder- und Jugendärzte das Screening-Programm und bereits über 3000 Kinder wurden auf außergewöhnlich hohe Cholesterin-Werte getestet. „Unser Ziel ist es, 60.000 bayerische Schulkinder zu testen, so dass wir auf dieser Basis künftig die Diagnostik und Therapiesituation für Betroffene aller Altersgruppen in ganz Deutschland verbessern können“, erklärt Schunkert. (eb)

Infos auf: www.herzstiftung.de;

Anmeldungen für Studienteilnehmer per E-Mail an: mail@myvroni.de

oder per Telefon unter: 089 1218-2712

Mehr zum Thema

Bundesweites Trainingsprogramm gestartet

Acht Millionen Euro für bessere Kommunikation in der Krebsmedizin

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Lesetipps