Bürgerentscheid ohne Wirkung?

Gesundheitsministerin bleibt beim Plan für imland Klinik Eckernförde

Bettenkapazitäten verlagern und eine Fachklinik etablieren – das plant das Gesundheitsministerium für die imland Klinik Eckernförde. Eine Bürgerinitiative stellt sich dagegen. Das ändere aber nichts.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
An den imland-Standort Rendsburg sollen Bettenkapazitäten aus Eckernförde verlegt werden. Viele Eckernförder Bürger sind mit den Plänen für ihren Standort nicht glücklich. Sie streben einen Bürgerentscheid an.

An den imland-Standort Rendsburg sollen Bettenkapazitäten aus Eckernförde verlegt werden. Viele Eckernförder Bürger sind mit den Plänen für ihren Standort nicht glücklich. Sie streben einen Bürgerentscheid an.

© picture alliance / Carsten Rehde

Kiel. Schleswig-Holsteins neue Gesundheits- und Justizministerin Professor Kerstin von der Decken (CDU) sieht keinen Anlass für eine Kehrtwende des Ministeriums in Sachen imland Klinik Eckernförde. In der Antwort auf einen offenen Brief von Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer betont von der Decken: Die bisherige Situation in Eckernförde, die die Initiatoren eines Bürgerentscheids wie berichtet beibehalten wollen, ist Grund für die wirtschaftlich angespannte Situation der imland Kliniken.

„Der Versorgungsanteil am Standort Eckernförde ist bezogen auf das gesamte Fallvolumen zu gering, sodass eine Dezentralisierung der Versorgungsstrukturen in ihrer heutigen Form in wirtschaftlicher, personeller und versorgungstechnischer Hinsicht nicht hinreichend begründet ist“, schrieb von der Decken an den Landrat.

Potential: Qualität der Gesundheitsversorgung zu verbessern

Somatische Bettenkapazitäten anteilig nach Rendsburg zu verlagern und eine Fachklinik mit internistisch-allgemeinmedizinischem sowie psychiatrischem Schwerpunkt in Eckernförde zu etablieren, eröffneten von der Deckens Ansicht nach dagegen „Zentralisierungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten, die das Potenzial haben, die Qualität der Gesundheitsversorgung im Kreis Rendsburg-Eckernförde langfristig zu verbessern“.

Das bezweifeln die Initiatoren des Bürgerentscheids, darunter auch niedergelassene Ärzte aus Eckernförde. Sie pochen wie berichtet auf eine Beibehaltung des stationären Angebotes in Eckernförde.

Lesen sie auch

Von der Decken verweist in ihrem Schreiben darauf, dass ein Bürgerentscheid keinen Einfluss auf die fachliche Bewertung des Gesundheitsministeriums hätte. Der Landeskrankenhausausschuss entscheide über die Bedarfsgerechtigkeit von Krankenhäusern, stellt sie klar. Dieser Ausschuss hatte wie berichtet eine finanzielle Förderung in Höhe von 50 Millionen Euro ausschließlich für eine Lösung mit Rückbau der Leistungen in Eckernförde zugesagt.

Verwunderung über offenen Brief

Von der Decken zeigt sich in ihrem Schreiben verwundert, dass Landrat Schwemer sie mit einem offenen Brief in dieser Sache angesprochen hatte. Schwemer will damit erreichen, dass vor einem Bürgerentscheid Transparenz hergestellt wird. Nach seiner Auffassung führt eine Entscheidung der Bürger für das bisherige Leistungsangebot in eine nicht finanzierbare Sackgasse.

Für die Abstimmungsberechtigten sollte nach seiner Ansicht „erkennbar sein, welchen begrenzten Einfluss eine Abstimmungsentscheidung im Rahmen eines Bürgerentscheids auf die zukünftige Krankenhausstruktur im Kreisgebiet hat“. Wann der Bürgerentscheid zu imland stattfinden wird, steht noch nicht fest.

Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

New Orleans

Herzkongress ACC 2026: Das sind die wichtigen neuen Studien

Lesetipps
5 Blutproben in Röhrchen

© Pixel-Shot / Stock.adobe.com

Chronische Erkrankungen

Diese fünf Biomarker weisen auf Multimorbidität hin