Kommentar zu Cuxhaven

Investieren an der richtigen Stelle

Die niedersächsische Landesregierung setzt bei der Suche nach Landärzten auf regionale Versorgungszentren. Ein Investment in die Ausbildung von Ärzten wäre sinnvoller.

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:

Das Modell der Medizinischen Versorgungszentren scheint die niedersächsische Landesregierung überzeugt zu haben. Denn jetzt regt sie kommunal getragene sogenannte regionale Versorgungszentren (RVZ) mit Hausärzten und weiteren Einrichtungen der medizinischen Versorgung an, und zwar in gleich drei Landkreisen: dem Landkreis Göttingen, dem Landkreis Wesermarsch und dem Landkreis Cuxhaven, wo jetzt die ersten 105.000 Euro von insgesamt 3,7 Millionen Euro Fördergeld übergeben wurden. Doch das Ansinnen ist für die Verantwortlichen im Cuxland nicht ohne Pferdefuß.

Zwar haben die drei Kommunen die Chance, mit Landesmitteln die Versorgung ihrer Bürgerinnen und Bürger mit hausärztlicher Medizin und weiteren Gesundheitsdienstleistungen zu verbessern – im ländlichen Niedersachsen längst eine Kernaufgabe der Kommunalpolitik.

Aber andererseits würden sich die Kommunen mit einem RVZ eine Einrichtung ans Bein binden, deren Planung, Bau und Betrieb sie nie erlernt haben. Es mangelt ihnen also an Erfahrung. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen an der Küste ihr Engagement sorgfältig prüfen.

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Schmallippig indessen die KV in Hannover. Dort verweist man unter anderem auf die Niederlassungsförderung für Hausärzte auf dem Lande, eine Maßnahme die jedenfalls im Landkreis Cuxhaven die Not bisher nicht linderte. Wer der KV genau zuhört, hört auch den Subtext: `Wir bieten 60.000 Euro Niederlassungsförderung und gewinnen schon damit kaum Hausärzte. Woher, bitte, sollen dann die Ärzte für ein RVZ kommen?´

Kurz: Das Unterfangen RVZ ist löblich, hat aber schwere Startbedingungen. Vielleicht hätte das Land die zugesagten 3,7 Millionen Euro besser in den angeschlagenen Medizinstudiengang in Oldenburg gesteckt. Dort werden Hausärzte gemacht.

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