Nach Corona-Ausbruch in Schlachtbetrieb

Lockdown auf Kreis Warendorf ausgeweitet

Mehr als 1500 Corona-positiv getestete Mitarbeiter: Das Infektionsgeschehen in der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat nun auch Auswirkungen auf den benachbarten Kreis Warendorf.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 23.06.2020, 18:22 Uhr
Lockdown auf Kreis Warendorf ausgeweitet

„Wir werden öffentliche Teststationen errichten“, kündigte NRWs Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) für die Kreise Gütersloh und Warendorf an.

© Federico Gambarini/dpa

Düsseldorf. Nach dem Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück geht nicht nur der Kreis Gütersloh für eine Woche in einen regionalen Lockdown, sondern auch der benachbarte Kreis Warendorf.

Dort ist mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 68 die kritische Schwelle von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner ebenfalls überschritten worden. Das berichtete der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nach einer Sitzung des schwarz-gelben Landeskabinetts in Düsseldorf.

Viele Tönnies-Mitarbeiter leben in Warendorf

In beiden Kreisen gelten zunächst bis zum 30. Juni wieder ähnliche Einschränkungen im öffentlichen Leben wie Ende März. In Warendorf leben viele der Tönnies-Mitarbeiter, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert hatten. Ministerpräsident Armin Laschet hatte kurz zuvor noch gesagt, dass es nur in Orten Einschränkungen geben werde, die nah am Kreis Gütersloh liegen. Die Entwicklung des Infektionsgeschehens hat aber jetzt den Lockdown für den gesamten Kreis Warendorf notwendig gemacht.

Laumann sieht die damit verbundenen Maßnahmen als eine Art „Ruhepause“ für die Kreise mit vielen infizierten Tönnies-Arbeitnehmern. „Wir werden die Pause nutzen, um groß zu testen“, betonte er.

Auch Klinikmitarbeiter in beiden Kreisen werden getestet

Neben den Bewohnern und Beschäftigten in stationären Pflegeeinrichtungen werden auch die Klinikmitarbeiter in den beiden Kreisen auf das Virus untersucht. Der Minister will auch die Krankenhäuser im Umland bitten, Mitarbeiter zu testen, falls sie in einem der beiden Kreise wohnen. Außerdem im Fokus stehen die Beschäftigten im Lebensmitteleinzelhandel, die in Kontakt mit den Arbeitnehmern gekommen sein könnten.

Laumann hofft darauf, dass sich die Bevölkerung in den beiden Kreisen möglichst in großer Zahl kostenlos testen lässt. Dabei sollen auch Lautsprecherdurchsagen helfen. „Wir werden öffentliche Teststationen errichten“, kündigte er an. Mit Blick auf die Finanzierung ist er gelassen, weil Fabrikant Clemens Tönnies die Kosten für die Testungen übernehmen will.

Laumann: Wir reagieren dynamisch auf eine dynamische Lage

Auf Basis der Testergebnisse will die Landesregierung am 30. Juni entscheiden, ob die Beschränkungen wieder aufgehoben werden können. „Wenn es anders laufen sollte, stehen wir vor Fragen, die wir neu bewerten müssen.“

Laumann verteidigte die Strategie des Landes Nordrhein-Westfalen in der Corona-Krise, zu der frühzeitige Lockerungsmaßnahmen gehört haben. Man reagiere dynamisch auf eine dynamische Lage. „Wenn Sie sich Gütersloh wegdenken, haben wir die Situation in Nordrhein-Westfalen sehr gut gemeistert“, findet er.

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