Corona-Impfstoffe

NRW: BioNTech für Ärzte und MFA, AstraZeneca für Ü60-Jährige

Damit der AstraZeneca-Impfstoff schnell weiter genutzt werden kann, bricht NRW die Corona-Impfreihenfolge auf. Termine für Ärzte und Praxispersonal bleiben bestehen – sie erhalten die BioNTech/Pfizer-Vakzine.

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Informierten am Mittwoch über den weiteren Umgang mit dem AstraZeneca-Impfstoff in NRW: Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU, l.) und der Ärztliche Direktor des Uniklums Essen Professor Jochen A. Werner.

Informierten am Mittwoch über den weiteren Umgang mit dem AstraZeneca-Impfstoff in NRW: Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU, l.) und der Ärztliche Direktor des Uniklums Essen Professor Jochen A. Werner.

© dpa

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen können sich über 60-Jährige ab Ostern mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen. Am Samstag wird dafür die Terminvergabe in den Impfzentren freigeschaltet, kündigte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf an. „Der Impfstoff von AstraZeneca wird weiter genutzt, damit wir diese Pandemie überwinden“, sagte Laumann. Er sei nach wie vor hochwirksam.

Die eigentlich mit den Lieferungen vorgesehene Immunisierung bestimmter Berufsgruppen wie der niedergelassenen Ärzte und des Praxispersonals werde nicht abgesagt, sie erhalten stattdessen den Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Er wird aus der Reserve für die Zweitimpfungen genommen.

Die 70-Jährigen werden wie vorgesehen nach Jahrgängen geimpft, beginnend nach Ostern mit den 79-Jährigen, die auch gleich für Partner einen Termin buchen können, berichtete der Minister. Zudem würden in manchen Zentren noch über 80-Jährige eine Erstimpfung erhalten, bei anderen stünden die Zweitimpfungen an.

Zusätzliche Impfstraßen und längere Öffnungszeiten möglich

Eine Überlastung der Buchungssysteme sei nicht auszuschließen, betonte Laumann. Dort wo das möglich ist, werden in den Impfzentren zusätzliche Impfstraßen eingerichtet. Zudem sind längere Öffnungszeiten geplant.

Der Minister ist überzeugt, dass viele Menschen sich bewusst für den Impfstoff von AstraZeneca entscheiden werden. „Ich persönlich hätte überhaupt kein Problem damit, mich heute am Tag mit AstraZeneca impfen zu lassen.“

Die Hausarztpraxen in Nordrhein-Westfalen erhalten nach Ostern zunächst zwei Wochen lang das Vakzin von BioNTech/Pfizer, danach das von AstraZeneca. Laumann verspricht sich viel von der Einbeziehung der Hausärzte. Die Impfung in den Praxen sei unbürokratischer, ortsnäher und mit größerem Vertrauen verbunden. „Ich bin sicher, dass die Hausärzte hochengagiert in die Impfkampagne einsteigen werden.“

Uniklinken sollen Ruhe in Diskussion bringen

Die schnelle Reaktion der zuständigen Stellen auf die Meldungen über mögliche Erkrankungen und Todesfälle bei Impfungen mit AstraZeneca können nach Laumanns Einschätzung das Vertrauen in das Gesundheitssystem und die Impfkampagne stärken.

Das sieht Professor Jochen Werner ähnlich, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsklinik Essen. „Es ist ein lernendes System“, sagte er. Die Entwicklung werde laufend analysiert. Für die Altersgruppe ab 60 gebe es inzwischen eine hinreichende Studienlage zur Effektivität der Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca. „Ich halte es für richtig, die Vorräte denen zu geben, die den Impfstoff haben möchten.“

Die Unsicherheit und Sorgen der Menschen kann Werner verstehen. Er sieht es als eine Aufgabe der Unikliniken an, Ruhe in die Diskussion zu bringen und Zusammenhänge sachlich zu vermitteln. „Es geht um die Nutzen-Risiko-Abwägung.“

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