COVID-19

NRW sucht dringend Freiwillige für Corona-Impfzentren

Über 1000 Menschen haben sich bislang in das Freiwilligenregister des Landes NRW eingetragen – darunter über 550 Ärzte. Und das Land stellt klar: Freiwillig heißt nicht kostenlos.

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Suchen dringend Freiwillige für die SARS-CoV-2-Impfungen: Karl-Josef Laumann (CDU, l.), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen und Dr. Hans-Albert Gehle (r.), Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Suchen dringend Freiwillige für die SARS-CoV-2-Impfungen: Karl-Josef Laumann (CDU, l.), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen und Dr. Hans-Albert Gehle (r.), Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

© dpa

Düsseldorf. Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) Dr. Hans-Albert Gehle appelliert an Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, sich im Freiwilligenregister des Landes Nordrhein-Westfalen registrieren zu lassen.

„Wir brauchen dringend Personal für die Organisation und die Umsetzung des Impfens in den Impfzentren“, sagte Gehle bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und Sandra Postel, der Vorsitzenden des Errichtungsausschusses der Pflegekammer NRW.

Zu Beginn der Pandemie hatten die ÄKWL und die Ärztekammer Nordrhein zunächst Register für Ärztinnen und Ärzte eingerichtet, die sich in der Bekämpfung der Pandemie engagieren wollten. Seit Mitte Juli gibt es ein einheitliches Register für ganz NRW, das die beiden Kammern im Auftrag des Landes verwalten. Es ist auf alle Berufsgruppen aus dem Gesundheits- und Pflegewesen erweitert worden, inklusive Verwaltungskräfte.

Zurzeit sind mehr als 1000 Menschen dort aufgenommen, darunter 552 Ärztinnen und Ärzte, 136 Medizinische Fachangestellte und 131 Gesundheits- und Krankenpfleger. „Studierende haben sich noch nicht gemeldet, aber die werden wir auch brauchen“, sagte Gehle.

Wer mitmacht, erhält Tariflohn

Das Freiwilligenregister sei eine wichtige Ergänzung der Versorgungsstrukturen, betonte Minister Laumann. „Es ist nicht nur zur Beruhigung da, für den Fall, dass alle Stricke reißen.“ Über das Register soll künftig nicht nur Personal an die Impfzentren vermittelt werden, sondern auch an medizinische und pflegerische Einrichtungen, die Bedarf haben.

Auch für die Tests werde medizinisches Fachpersonal benötigt. Deshalb sei es wichtig, das Freiwilligenregister erheblich zu stärken. „Freiwillig heißt nicht, dass es in erster Linie eine ehrenamtliche Tätigkeit ist“, stellte Laumann klar. Wer mitmacht, erhält eine Vergütung. „Es müssen auf jeden Fall Tariflöhne gezahlt werden.“

Einzelheiten werde das Kabinett noch regeln, zum Beispiel die Freistellung durch die Arbeitgeber bei Angestellten. Die Freiwilligen müssen mit klaren Aussagen gewonnen werden, sagte Gehle. „Wie seid Ihr abgesichert, wie wird es vergütet und wo werdet Ihr eingesetzt.“

Bisher haben sich vor allem Ärzte im Ruhestand gemeldet

In das Register haben sich bislang vor allem Ärztinnen und Ärzte aufnehmen lassen, die bereits im Ruhestand sind oder auch in Elternzeit, berichtete Gehle. Postel begrüßte, dass die Pflegekammer in Gründung in die Arbeiten an dem Register eingebunden wird. „Wir müssen gemeinsam gute Lösungen finden, damit die Freiwilligen gut geschützt und gut organisiert Hilfe anbieten können“, sagte sie.

Es sei wichtig, dass die pflegerische Perspektive auch in die weitere Organisation einfließt. „Wir können von der Pflege her das Thema Corona-Testung und -Impfung unterstützen.“

800.000 Pflegebedürftige müssen in NRW geimpft werden

Minister Laumann geht davon aus, dass der zunächst verfügbare Impfstoff „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ aufsuchend verimpft werden muss, und zwar ausgehend von den Impfzentren. Allein in Nordrhein-Westfalen müssten rund 800.000 Pflegebedürftige geimpft werden.

Die besondere Herausforderung seien dabei die Menschen, die zu Hause gepflegt werden. „Da brauchen wir sicher auch das ärztliche System, deshalb arbeiten wir eng mit der KV zusammen“, sagte er. „Ich glaube, dass das Hausärztesystem da eine wichtige Rolle spielen muss.“

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