Corona-Splitter der KW 09/2021

Tipps zur Sterilisation von N95-Masken

US-Forscher haben die Literatur zum Thema Dekontamination von N95-Masken ausgewertet und geben Tipps, welche Methoden sich eignen – und welche eher nicht.

Von Anne BäurleAnne Bäurle und Wolfgang GeisselWolfgang Geissel und Marco MrusekMarco Mrusek Veröffentlicht:
N95-Maske: Welche Methoden eignen sich für die Wiederaufbereitung?

N95-Maske: Welche Methoden eignen sich für die Wiederaufbereitung?

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Update vom 5. März

Ultraviolette Strahlung, feuchte Hitze und Dampf in der Mikrowelle sind wirksame Mittel zur schnellen Wiederaufbereitung von N95-Masken und zudem einfach anzuwenden. Das berichten US-Forscher, die in einem systematischen Review verschiedene Methoden der Sterilisation auf ihre Wirkung und Sicherheit hin untersucht haben. Auch vaporisiertes Wasserstoffperoxid eigne sich zur Dekontamination von N95-Masken, die Methode benötige aber mehr Zeit und sei kostenintensiver, schreibt das Team um Dr. Max Schumm von der University of California in Los Angeles. Weniger geeignet ist den Ergebnissen zufolge eine Sterilisation mit Ethylenoxid, da bei dieser Methode giftige Rückstände in der Maske verbleiben können (JAMA 2021; online 3. März).

Mit SARS-CoV-2 infizierte Sportler und Sportlerinnen aus den großen US-Ligen hatten in der Folge kaum Herzprobleme. Lediglich bei fünf von 789 Profis habe es im untersuchten Zeitraum von Mai bis Oktober entsprechende Befunde gegeben, die eine längere Pause nach sich gezogen hätten. Das geht aus einer Studie hervor, die von den behandelnden Ärzten der Ligen gemeinsam erstellt wurde. Ausgewertet wurden Daten aus der National Football League, der Major League Baseball, der Major League Soccer und der National Hockey League sowie von den Basketballern und Basketballerinnen aus der NBA und WNBA (JAMA Cardiolog 2021; online 4. März). (dpa)

Update vom 4. März

Die COVID-19-Pandemie hat sich weltweit negativ auf die Krebsversorgung von Kindern ausgewirkt. Das hat eine Befragung von 300 Mitarbeitern an 200 Kliniken aus insgesamt 79 Ländern ergeben. 78 Prozent der Teilnehmer berichteten demnach, dass zwischen Juni und August 2020 die Versorgung pädiatrischer Krebspatienten beeinträchtigt war, 43 Prozent gaben deutlich weniger Krebsdiagnosen im Vergleich zu den Vorjahren an, und 34 Prozent berichteten über abgebrochene Therapien. Den Angaben zufolge musste beinahe jede zehnte Klinik ihre Station für pädiatrische Tumorpatienten zeitweise komplett schließen. Betroffen waren erwartungsgemäß besonders Kliniken in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen (Lancet Child & Adolescent Health; online 3. März)

Update vom 3. März

Nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion könnte bei Erwachsenen eine Impfdosis zum Schutz ausreichen. Das berichten Forscher der University of Maryland School of Medicine in Baltimore. Sie haben in einer Studie 59 Probanden aus medizinischen Berufen einmalig mit einer mRNA-Vakzine geimpft. Von den Impflingen waren 17 vor der Impfung IgG-Antikörper-negativ gewesen. Weitere 16 hatten im Vorfeld eine asymptomatische und 26 symptomatische Infektionen gehabt und waren somit bereits vor der Impfung IgG-Antikörper-positiv. Sieben und 14 Tag nach der Impfdosis hatten die ursprünglich AK-positiven deutlich mehr neutralisierende Antikörper gegen SARS-CoV-2 als die AK-negativen Probanden. Das Fazit der Forscher: Seropositive könnten angesichts der Impfstoffknappheit mit einer Impfdosis auskommen oder in der Priorisierung nach unten rutschen (JAMA 2021; online 1. März).

Update vom 2. März

Der AstraZeneca-Impfstoff beugt bei Hochbetagten hochwirksam schweren Verläufen von COVID-19 vor, und zwar schon nach der ersten Dosis. Das bestätigt eine vorläufige Auswertung von Ergebnissen des englischen Impfprogramms, die Public Health England (PHE) vorgelegt hat. Die Agentur des britischen Gesundheitsministeriums entkräftet damit Bedenken, dass der AstraZeneca-Impfstoff (vor allem auch im Alter) weniger wirksam sein könnte als die Vakzine von BioNTech/Pfizer. Vier Wochen nach der ersten Impfdosis reichte die Schutzwirkung gegen symptomatische COVID-19 bei über 70-Jährigen von 57 bis 61 Prozent (BioNTech/Pfizer-Impfstoff) und von 60 bis 73 Prozent (AstraZeneca-Impfstoff). Außerdem legen die Daten nahe, dass bei über 80-Jährigen mit jedem der beiden Impfstoffe bereits nach einer Dosis ein Schutz von über 80 Prozent gegen Hospitalisierungen aufgrund von COVID-19 erzielt wird. Insgesamt nahmen bei den über 70-Jährigen symptomatische SARS-CoV-2-Infektionen ab etwa drei Wochen nach der ersten Dosis ab. Die bisher noch nicht begutachtete Studie wurde am 1. März als Preprint auf der „Knowledge Hub“-Website publiziert.

Mit einer Impfstrategie, bei der zunächst die Ältesten gegen COVID-19 geimpft werden, lassen sich sowohl die meisten Todesfälle verhindern als auch die meisten Lebensjahre retten, wie Forscher der University of California in Berkley berechnet haben. Dies sei überraschend: Gemeinhin sei man bisher davon ausgegangen, dass sich mit Impfstrategien entweder möglichst viele Todesfälle verhindern lassen (indem Ältere priorisiert geimpft werden) oder aber möglichst viele Lebensjahre retten lassen (indem zunächst die jüngere Bevölkerung, die noch mehr Lebensjahre vor sich hat, geschützt werde), berichten die Wissenschaftler. Bei COVID-19 liege der Fall allerdings anders. Der Grund: Das Risiko, an COVID-19 zu sterben, nimmt im Alter exponentiell zu, und zwar um elf Prozent pro Jahr, so die Forscher. Das bedeutet: Das Risiko, an COVID-19 zu sterben, ist in der Gruppe der besonders Alten so hoch, dass durch eine Impfung dieser Altersgruppe nicht nur die meisten Todesfälle verhindert werden, sondern sich auch die meisten Lebensjahre retten lassen (PNAS 2021; online 26. Februar).

Update vom 1. März

US-Forscher setzen auf Parameter im Blut, die die Aktivierung neutrophiler Granulozten widerspiegeln, um bei stationär aufgenommenen COVID-19-Patienten früh kritische Krankheitsverläufe zu erkennen. Im Blick haben sie dabei die fünf Proteine Resistin, Lipocalin-2, HGF, IL-8 und G-CSF, die sich bei einer Algorithmus-basierten Auswertung von Patientendaten als besonders aussagekräftig erwiesen haben: Bei COVID-19-Patienten, die im Verlauf auf eine Intensivstation überwiesen werden mussten, veränderte sich die Konzentration dieser fünf Proteine bereits dann, als noch gar keine schweren Symptome aufgetreten waren. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von insgesamt mehr als 3300 COVID-19-Patienten mit ganz unterschiedlichen Krankheitsverläufen (Blood Advances 2021; online 26. Februar).

30 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit einem mit COVID-19 assoziierten Multiinflammationssyndrom haben sechs Wochen nach stationärer Aufnahme noch HNO-Probleme. Das berichten Forscher aus Großbritannien, die in einer Studie den Krankheitsverlauf von 50 Kindern nachverfolgt haben, die an PIMS-TS („pediatric inflammatory multisystem syndrome temporally associated with COVID-19“) erkrankt und zwischen Mai und Juni 2020 am Great Ormond Street Hospital for Children in London behandelt worden waren. 24 Prozent der Kinder (mittleres Alter zehn Jahre) hatten einen positiven PCR-Test, bei 84 Prozent wurden SARS-CoV-2-spezifische IgG-Antikörper nachgewiesen. 60 Tage (median) nach Erstvorstellung berichteten 30 Prozent der Kinder von weiterhin bestehenden HNO-Symptomen, darunter Dysphonie, Dysphagie und Anosmie/Hyposmie (JAMA Otolaryng Head & Neck Surg 2021; online 25. Februar).

Liebe Leser, wir fassen die Corona-Studienlage nun wöchentlich zusammen. Eine Übersicht mit allen bereits veröffentlichten COVID-19-Splittern der vergangenen Wochen und Monate finden Sie hier:

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