Centrum für Reisemedizin

Trotz COVID-19 auf Standardimpfschutz achten!

Trotz und gerade wegen der aktuellen COVID-19-Pandemie sollte man Standardimpfungen nicht aus den Augen verlieren: Andernfalls könnten sich impfpräventable Erkrankungen wieder ausbreiten.

Veröffentlicht: 26.04.2020, 10:12 Uhr
Wichtig ist im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie besonders die Influenza-Impfung für die kommende Grippesaison.

Wichtig ist im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie besonders die Influenza-Impfung für die kommende Grippesaison.

© mpix-foto / stock.adobe.com

Düsseldorf. Impfungen sind von großer Bedeutung. Das zeigen schon die großen Anstrengungen, weltweit, einen Impfstoff gegen das Sars-CoV-2 zu entwickeln. Dieser könnte die aktuelle Pandemie beenden.

Angesichts der weltweiten begangenen Impfwoche unter dem Motto „#VaccinesWork for All“ bricht die Weltgesundheitsorganisation aber auch eine Lanze für Standardimpfungen. Guter Impfschutz und Impfkampagnen bleiben trotz und gerade wegen der COVID-19-Pandemie wichtig, betont die WHO. Dies gelte auch für Deutschland, so das CRM Centrum für Reisemedizin in einer Mitteilung.

„Besorgniserregend ist aktuell das Stoppen von Impfkampagnen in zahlreichen Ländern, das durch die Isolationsmaßnahmen gegen das neue Coronavirus ausgelöst wurde“, wird Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM, in der Mitteilung zitiert. „Dies hat unter anderem erneut zu einem globalen Anstieg der Masernfälle geführt.“

Massiver Masernausbruch im Kongo

So wird zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo ein massiver Masernausbruch mit erheblicher Sterblichkeit bei Kindern beobachtet. Bereits im vergangenen Jahr verursachten Masern in der DR Kongo mehr als 6000 Todesfälle. Zu diesem Zeitpunkt musste das Land zudem seinen größten Ebola-Ausbruch bekämpfen.

Anlässlich der Weltimpfwoche warnt die WHO vor Ausbrüchen mit impfpräventablen Krankheiten. Diese könnten für Gesundheitssysteme, die bereits gegen die Auswirkungen von COVID-19 kämpfen, katastrophal sein.Erkrankungen und Todesfällen würden erheblich zunehmen.

„Auch in Deutschland sollte man in der aktuellen Situation mit dem neuartigen Coronavirus seinen Impfschutz nicht aus den Augen verlieren“, betont Jelinek. „Denn weiterhin gilt: Weil viele Menschen nicht vollständig geimpft sind oder Impfungen nicht aufgefrischt werden, können sich Erkrankungen, die durch Impfungen gut vermeidbar wären, wieder zunehmend ausbreiten.“

Impfschutz überprüfen!

So kam es in den vergangenen Jahren auch in Deutschland immer wieder zu Masernausbrüchen, wobei die Fallzahl der übermittelten Masernfälle von Jahr zu Jahr teilweise erheblich schwankt. So erkrankten im Jahr 2015 2465 Menschen an Masern, 2016 waren es 325 und 2019 514 Infizierte. Wichtig ist im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie zudem die Influenza-Impfung für die kommende Grippesaison.

„Wir begrüßen und unterstützen daher Initiativen wie die World Immunization Week der WHO. Erwachsene, Eltern und Menschen in Gesundheitsberufen werden damit für die Bedeutung hoher Durchimpfungsraten sensibilisiert – gerade auch zu Zeiten von COVID-19“, betont Jelinek. „Wir empfehlen jedem, den Status der empfohlenen Standardimpfungen nach Absprache mit dem Hausarzt bei Gelegenheit überprüfen zu lassen. So erfährt man, welche der Impfungen nachgeholt oder aufgefrischt werden sollten“, so Jelinek.

Die WHO hatte bereits Ende März neue Leitlinien zu Impfdiensten während der COVID-19-Pandemie veröffentlicht. Darin betont die WHO, dass sie einerseits gemeinsam mit Partnern und Wissenschaftlern daran arbeitet, die Impfstoffentwicklung für COVID-19 zu beschleunigen. Andererseits müssten weltweit die Impfprogramme möglichst aufrechterhalten werden, um Todesfällen vorzubeugen. (eb)

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Claudia Boog

Gut, dass in Zeiten von Reiseverboten so ein Institut für Reisemedizin trotzdem tätig ist.
Allerdings ist es dem Autor wohl entgangen, dass in "Vaccine" eine Studie veröffentlicht wurde, dass eine Influenzaimpfung das Risiko, sich danach mit Corona-Viren zu infizieren, um 36 Prozent erhöht.
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Boog


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