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Sexuelle Gewalt

Friedensnobelpreis für einen Arzt

Der Friedensnobelpreis 2018 geht an zwei Preisträger: den Gynäkologen Denis Mukwege und die Aktivistin Nadia Murad. Die Jury des Nobelpreiskomitees setzt damit ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt – Stichwort: #metoo.

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Denis Mukwege, Arzt aus der Demokratischen Republik Kongo, hat den Friedensnobelpreis erhalten. Er teilt ihn sich mit der Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad.

Denis Mukwege, Arzt aus der Demokratischen Republik Kongo, hat den Friedensnobelpreis erhalten. Er teilt ihn sich mit der Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad.

© Christian Lutz/AP/dpa

OSLO. Der kongolesische Arzt Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad bekommen den Friedensnobelpreis 2018. Das Entscheidung gab das norwegische Nobelkomitee am Freitagvormittag in Oslo bekannt.

Mugwege ist Gynäkologe und gilt als führender Experte für die Behandlung von Mädchen und Frauen nach Gruppenvergewaltigungen. Er gründete 1999 das Panzi-Krankenhaus im Osten des Kongo. Hier bietet er Patienten neben medizinischer oder psychologische, finanzielle und juristische Hilfe.

"Die Bedeutung von Doktor Mukweges engagierten und selbstlosen Bemühungen in diesem Bereich kann nicht genug betont werden", so die Jury zum 63-Jährigen.

 IS-Opfer als zweite Preisträgerin

Nadia Murad floh vor dem IS und setzt sich für eine juristische Verfolgung der Verbrecher ein.

Nadia Murad floh vor dem IS und setzt sich für eine juristische Verfolgung der Verbrecher ein.

© U.S. State Department / newscom / picture alliance

Nadia Murad ist eine irakische Menschenrechtsaktivistin. Sie überlebte eine Gefangenschaft bei der Terrororganisation Islamischer Staat, in der sie gefoltert und vergewaltigt wurde. Seit September 2016 ist sie UN Goodwill Ambassador und vertritt laut Amt die "Würde der Überlebenden von Verschleppungsopfern".

Die 25-jährige Jesidin lebt heute in Deutschland, nachdem sie durch ein Sonderprogramm für irakische Kriegsopfer 2015 nach Baden-Württemberg kam. „Mit der Zeit fand ich einen Weg zu entkommen, wohingegen es Tausende andere nicht konnten: Sie werden noch immer festgehalten“, wird Murad von der Welt zitiert. Sie kämpft dafür, dass die IS-Verbrechen als Völkermord eingestuft und international verurteilt werden.

Bundeskanzlerin gratuliert

Über den Twitter-Account des Regierungssprechers Steffen Seibert verkündete die Bundesregierung ihre Glückwünsche für "zwei großartige Preisträger". Auf einem der geteilten Bilder ist Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Nadia Murad zu sehen.

 

Die Jury hatte sich in diesem Jahr unter 331 Anwärtern entscheiden müssen, darunter auch US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un.

Im vergangenen Jahr erhielt die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (Ican) den Preis. Die Organisation setzt sich für ein vertragliches Verbot von Atomwaffen. Der mit umgerechnet etwa 860 000 Euro (neun Millionen schwedischen Kronen) dotierte Friedensnobelpreis wird am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, verliehen. (ajo)

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