10 Jahre nach dem Fukushima-Super-GAU

Kleine Brücke, große Wirkung

Der Zerstörung folgt der Wiederaufbau – und neue Infrastruktur. Die Insel Izushima findet zurück in die Routine.

Von Sonja Blaschke Veröffentlicht:
2013: Disziplin nach der Katastrophe – Medizinische Versorgung in einer Notunterkunft auf der kleinen Insel Izushima.

2013: Disziplin nach der Katastrophe – Medizinische Versorgung in einer Notunterkunft auf der kleinen Insel Izushima.

© Sonja Blaschke

Vor acht Jahren begleitete die Autorin dieser Zeilen den Arzt Mitsuru Saito, zwei Krankenschwestern und zwei Pfleger des Krankenhauses Onagawa für die „Ärzte Zeitung“ per Boot auf die Insel Izushima in der Präfektur Miyagi, nördlich von Fukushima.

In einem beengten Container-Provisorium kümmerte sich das Team um die Inselbewohner. Von vorher 450 Personen auf der 2,68 Quadratkilometer kleinen Insel waren nach dem Tsunami vom 11. März 2011 nur 70 zurückgekehrt, überwiegend Senioren. 25 Anwohnern hatte der Tsunami das Leben gekostet. Wie sieht es jetzt, zehn Jahre nach der Katastrophe, dort aus?

Noch heute nehmen zweimal im Monat abwechselnd ein Arzt und eine Ärztin samt Team das Boot nach Izushima. Aber seit etwa drei Jahren können sie die Menschen in einem neuen Gemeindezentrum behandeln. In den ein bis zwei Stunden vor Ort kämen meist knapp 20 Personen, so eine Kliniksprecherin. Die meisten litten an Zivilisationskrankheiten wie Hypertonie und Diabetes. Außerdem nehme die Zahl der Demenzerkrankten zu, und damit die Notwendigkeit, die Medikamenteneinnahme zu kontrollieren.

In drei bis vier Jahren soll die Versorgung Izushimas erleichtert werden. Denn dann soll eine Brücke die 300 Meter bis zum Festland überspannen. Spät geht damit der Wunsch der damaligen Patientin Machiko Abe in Erfüllung. „Als ich damals als Braut auf die Insel kam, versprach er mir eine Brücke!“, hatte die 71-jährige beim Besuch 2013 augenzwinkernd zu ihrem 78-jährigen Mann Ken gesagt. Das Bauwerk nimmt den Bewohnern eine große Sorge ab, denn dann werden sie auch bei schlechtem Wetter, nachts und mit dem eigenen Auto ins Krankenhaus fahren können. (bso)
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