Direkt zum Inhaltsbereich

Nationales Gesundheitsportal

Valide Gesundheitsinfos statt Fake News

Mitten in einer Zeit von Verunsicherung und Verwirrung will das Gesundheitsministerium Bürgern valide Gesundheitsinformationen an die Hand geben. Erstes Ziel: Online-Infos zu den 200 häufigsten Krankheiten liefern.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Am 1. September geht das lange vorbereitete Internetportal zur Förderung der allgemeinen Gesundheitskompetenz an den Start.

Am 1. September geht das lange vorbereitete Internetportal zur Förderung der allgemeinen Gesundheitskompetenz an den Start.

© [M] ii-graphics / stock.adobe.com

Berlin. Die aktuellen Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen, der Widerstand gegen Impfungen, aber auch die grassierende Unkenntnis über die manchmal verschlungenen Pfade durch das Gesundheitssystem legen offen, dass es um das Gesundheitswissen in Deutschland nicht an jeder Stelle gut steht.

Am 1. September geht das lange vorbereitete Internetportal zur Förderung der allgemeinen Gesundheitskompetenz an den Start. Zunächst sollen Informationen zu den 200 häufigsten Krankheitsbildern dort abgebildet werden, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn der „Stuttgarter Zeitung“ (Montagausgabe). Das Angebot solle auch „Falschinformationen“ entgegentreten.

Mehr als die Hälfte hat Probleme

Mehrfach wissenschaftlich unterfüttert hat das Thema in der jüngeren Vergangenheit das Interdisziplinäre Zentrum für Gesundheitskompetenzforschung der Universität Bielefeld unter Leitung von Professorin Doris Schaeffer. Ihr zufolge haben mehr als die Hälfte der Menschen (54 Prozent) in Deutschland erhebliche Schwierigkeiten, mit gesundheitsrelevanten Informationen umzugehen.

Vor allem Einwanderer (71 Prozent), arme Menschen (78 Prozent) Menschen mit niedrigem Bildungsniveau (62 Prozent), chronisch erkrankte Menschen (73 Prozent) und hochbetagte Menschen (66 Prozent) kommen demnach mit Gesundheitsinformationen, auch denen von Ärzten und Apothekern, nicht immer klar.

In diesen Zahlen steckt zudem ein Anteil von rund zwölf Prozent der erwerbsfähigen Menschen in Deutschland, die nicht richtig lesen und schreiben können und von daher schon beim Umgang mit Beipackzetteln in Gefahr geraten können. Diese Größe hat die LEO-Universität in Hamburg Anfang des Jahres erhoben.

KBV und BÄK sind dabei

Am Dienstag soll nun das Gesundheitsportal des Bundes www.gesund.bund.de an den Start gehen. Dahinter steht eine „Allianz für Gesundheitskompetenz“, die sich im Juni 2017 auf Betreiben des damaligen Gesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) zusammengefunden hat. Den Auftrag, das Portal zu entwerfen und umzusetzen, erhielt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Mitglieder der Allianz sind die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Bundesärztekammer, der Gemeinsame Bundesausschuss, der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft , der Deutsche Pflegerat, die Apothekerverbände und Selbsthilfe und die Verbraucherzentralen. In der Folge haben die Universität Bielefeld gemeinsam mit der Hertie School of Governance in Berlin den „Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ aufgelegt. Das Projekt gefördert haben der AOK Bundesverband und die Robert Bosch Stiftung.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Besser als Atemtherapie?

Supragastrisches Aufstoßen lässt sich mit Gesang vertreiben

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt