Umfrage

Verbraucher fahren auf Nutri-Score ab

„Schnell erfassbar“: Die knapp 1000 Teilnehmer einer Umfrage sprechen sich für den Nutri-Score aus. Doch die Entscheidung fürdiese Form der Lebensmittelkennzeichnung ist noch lange nicht gefallen.

Veröffentlicht: 14.08.2019, 11:49 Uhr
Verbraucher fahren auf Nutri-Score ab

In Frankreich wird die Lebensmittelkennzeichnung via Nutri-Score bereits praktiziert. Folgt Deutschland? (Archivbild)

© Christophe Gateau / dpa / picture alliance

Berlin. In der Debatte um klarere Kennzeichnungen von Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln hat das farbliche Logo Nutri-Score in einer Umfrage hohe Zustimmungswerte erhalten. Als „schnell erfassbar“ bewerteten es 87 Prozent, wie die am Mittwoch vorgestellte Befragung im Auftrag mehrerer Medizinverbände und der Verbraucherorganisation Foodwatch ergab.

Dass das Logo die Auswahl gesunder Lebensmittel erleichtere, fanden demnach 60 Prozent zutreffend. Die Verbände forderten Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) auf, keine Zeit mehr zu verlieren und den Nutri-Score schnellstmöglich einzuführen.

Wie viele Logos wurden abgefragt?

Die Umfrage sollte Einschätzungen zu zwei Nährwert-Logos abfragen. Außer zu dem aus Frankreich stammenden Nutri-Score auch zu einem neu entwickelten Modell des bundeseigenen Max-Rubner-Instituts für Ernährungsforschung. Dafür wurden den 1003 Teilnehmern ab 18 Jahren beide Modelle erläutert und online beispielhaft damit gekennzeichnete Produkte gezeigt.

Bei der Frage nach einer zusammenfassenden Einschätzung gaben dann 69 Prozent an, Nutri-Score als Kennzeichnung zu bevorzugen und 25 Prozent das Modell des Bundes-Instituts.

Die Entscheidung, welches Logo die Bundesregierung zur freiwilligen Nutzung auf Packungen empfiehlt, soll voraussichtlich im Herbst zwischen vier Modellen fallen. Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) lässt dafür derzeit eine eigene Verbraucherbefragung durchführen. Sie hatte betont, dass sie „keine Präferenz“ habe. Maßgeblich solle das für Ende September erwartete Ergebnis der eigenen Befragung sein, bekräftigte das Ministerium am Mittwoch. (dpa)

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