UKE

Wie können Mensch und Roboter interagieren?

Veröffentlicht:

HAMBURG. Viele Menschen verstehen sich, ohne Worte - sie kommunizieren mit Gesten oder Blicken. Ziel eines neuen, von Forschern des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) geleiteten EU-Projekts ist es, grundlegende soziale Wahrnehmungsphänomene zu verstehen und daraus Verhaltensprogramme für Roboter zu entwickeln, teilt das UKE mit.

Das Projekt mit dem Namen "Socialising Sensori-Motor Contingencies" (kurz: socSMCs) laufe vier Jahre und werde von der EU im Rahmen des Programms "Horizont 2020" mit insgesamt knapp 3,8 Millionen Euro gefördert. Auf den Standort Hamburg entfielen allein mehr als 900.000 Euro Fördergelder, so das UKE.

"Wir wollen, dass Menschen eines Tages auf eine natürlichere Art und Weise mit Robotern interagieren können als jetzt", wird Professor Andreas K. Engel zitiert, der Direktor des Instituts für Neurophysiologie und Pathophysiologie im UKE und Koordinator des EU-Projekts.

Geschicklichkeitsspiel für Testpersonen

Die UKE-Forscher haben das Ziel, dass Roboter in Zukunft sensibel werden für menschliche Bewegungen und Gesten und wie ein Mensch die Bewegungen ihres Gegenübers vorausahnen können.

"Stellen Sie sich vor, Sie wollen mit einem Roboter zusammen bei einem Umzug Möbel durch ein enges Treppenhaus tragen, selbstverständlich ohne anzuecken", sagt Engel.

"Zwei Menschen schaffen das schweigend, die Kommunikation und die Abstimmung der Bewegungen aufeinander klappen wie von selbst."

Um zu verstehen wie das funktioniert, werden die Hamburger Forscher unter anderem Teams aus Testpersonen wortlos ein Geschicklichkeitsspiel spielen lassen und gleichzeitig deren Hirnströme messen.

Die gewonnenen Daten dienen zur Untermauerung und Weiterentwicklung eines grundlegenden Konzepts zur sozialen Interaktion, dessen Anwendbarkeit für die Kommunikation mit künstlichen Systemen wie Robotern ebenfalls untersucht werden soll. Von besonderem Interesse sind für die Wissenschaftler Menschen aus dem Autismus-Spektrum.

"Wir vermuten, dass bei Menschen mit Autismus die Fähigkeit gestört ist, sich mit anderen Personen zu synchronisieren", so Engel in der Mitteilung des UKE. Und gerade diese Unterschiede könnten entscheidende Hinweise für die weiteren Forschungen liefern, so die Hoffnung der Wissenschaftler. (eb)

Mehr zum Thema

Unterhauswahl im UK

Großbritannien: Zukunft des NHS ist zentral im Wahlkampf

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitartikel

GVSG: Zu viele Leerstellen

Verbesserung der Leistungsfähigkeit

Betablockerverzicht bei HFpEF unterschiedlich erfolgversprechend

Vor Europawahl am 9. Juni

23 Ärztinnen und Ärzte sind Abgeordnete im EU-Parlament

Lesetipps
Prinzipiell folge aus REDUCE-AMI, so Prof. Dr. Michael Böhm, dass bei Infarktpatienten mit erhaltener Pumpfunktion keine Betablocker mehr gegeben werden müssten. Das gelte, sofern es keinen anderen Grund für Betablocker gebe, konkret tachykardes Vorhofflimmern oder anhaltende Angina.

© shidlovski / stock.adobe.com

Nach der REDUCE-AMI-Studie

Bye-bye für Betablocker nach Herzinfarkt?

Viele Menschen sind adipös. Die Kombination aus Intervallfasten plus Protein-Pacing kann anscheinend neben einer Gewichtsabnahme auch zu einem gesünderen Mikrobiom verhelfen.

© Aunging / stock.adobe.com

Verändertes Mikrobiom

Intervallfasten plus Protein-Pacing lassen die Pfunde purzeln