44. Hausärztinnen- und Hausärztetag

Aus eins mach zwei: Hausärzteverband erstmals mit gleichberechtigter Doppelspitze

Jetzt als Tandem: Die Delegierten des 44. Hausärztinnen- und Hausärztetags gönnen ihrem Verband erstmals eine Doppelspitze. Erstmals wird der Verband von zwei Gleichberechtigten geführt.

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Hatten Redebedarf zur Satzung: Delegierte beim 44. Hausärztinnen- und Hausärztetag am Donnerstag in Berlin.

Hatten Redebedarf zur Satzung: Delegierte beim 44. Hausärztinnen- und Hausärztetag am Donnerstag in Berlin.

© Marco Urban

Berlin. Das erste Mal in der Geschichte des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes wird es künftig eine Doppelspitze im Bundesvorstand geben. Eine entsprechende Änderung seiner Satzung hat der Verband am Donnerstagnachmittag in Berlin beim 44. Hausärztinnen- und Hausärztetag beschlossen.

Von den 120 Delegierten der 18 Landesverbände stimmten 118 dafür, einer dagegen, einer enthielt sich. Die Doppelspitze soll den Bundesverband in der neuen Legislatur geschäftsführend komplett gleichberechtigt führen.

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Bei künftigen Vorstandswahlen können die Delegierten stets neu entscheiden, ob der Verband durch eine Doppelspitze oder einen konventionellen Ein-Personen-Vorsitz repräsentiert werden soll.

Für Satzungsänderung waren formal weitere Änderungen notwendig, einerseits an der Geschäftsordnung, zum anderen erhält der Verband erstmals eine Wahlordnung, die Regeln waren bis dato Teil der Geschäftsführung. Gegen die neue Wahlordnung stimmte nur eine Person. Auch hat eine Doppelspitze Auswirkung auf die Finanzen, da zwei Vorsitzende (mit Dienstverträge und Gehältern) erwartbar mehr Kosten verursachen wird als ein Ein-Personen-Vorstand.

Unmutsäußerungen von Delegierten

In der Delegiertenversammlung gab es dazu Unmutsäußerungen. Einer fühlte sich ungenügend über die finanziellen Auswirkungen informiert. Dr. Barbara Römer vom Landesverband Rheinland-Pfalz und Beisitzerin im Bundesvorstand sagte, alle Landesvorstände seien darüber informiert worden. Anschließend wurde die Öffentlichkeit von den weiteren Beratungen ausgeschlossen, in denen die Auswirkungen auf die Finanzen besprochen und die Änderung an der Geschäftsordnung beschlossen wurden.

In der anschließenden, wieder öffentlichen Debatte wurde kontrovers diskutiert, ob die Optionen für Einzel- oder Doppelspitze wirklich nötig sind, oder ob der Verband sich nicht grundsätzlich auf eine Doppelspitze verständigen sollte. Schließlich wurde an der Option festgehalten.

Paritätische Doppelspitze

Zudem gibt sich der Verband künftig noch stärker eine Parität. Nach der Satzungsänderung soll in den Bundesvorsitz künftig „ein Mann und eine Frau“ gewählt werden. Auch diese Änderung führte zu mehreren Diskussionen unter den Delegierten.

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Bereits seit seinem Jahr wird der Verband von einer De-facto-Doppelspitze geführt. Als im Herbst 2022 Dr. Markus Beier das Amt von seinem Vorgänger Uli Weigelt übernahm, wurde Professorin Nicola Buhlinger-Göpfarth zwar formal noch als erste Vizevorsitzende gewählt. In der Praxis traten beide aber stets als Doppelspitze auf.

Beier sagte in seiner Rede vor der Wahl des neuen Bundesvorstands: „Schon seit einem Jahr treten wir beide als Team auf und zusammen konnten wir so viel erreichen. Unser Ziel ist, sie und alle mitzunehmen.“

Buhling-Göpfarth ergänzte: „Wir sind im politischen Berlin deutlich zu hören. Am Hausärzteverband führt kein Weg vorbei. Wir haben unsere Interessen im Vordergrund und lassen uns nicht abspeisen.“ (ji/nös)

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