Bundesvorsitz

Beier beerbt Weigeldt als Chef des Hausärzteverbands

Die Nachfolge des langjährigen Bundesvorsitzenden des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, ist entschieden. Mit großer Mehrheit wurde Dr. Markus Beier, der Vorsitzende des Landesverbands Bayern, gewählt.

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Rief seine Kolleginnen und Kollegen zu Selbstbewusstsein auf: Der neue Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands Dr. Markus Beier (Archivbild).

Rief seine Kolleginnen und Kollegen zu Selbstbewusstsein auf: Der neue Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands Dr. Markus Beier.

© GEORG JOHANNES LOPATA

Berlin. Dr. Markus Beier ist Nachfolger von Ulrich Weigeldt als Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands. Beim 43. Deutschen Hausärztetag in Berlin wurde er mit der großen Mehrheit von 115 von 119 abgegebenen Stimmen gewählt.

Zu seiner ersten Stellvertreterin wählten die Delegierten Professor Nicola Buhlinger-Göpfarth, die Landesvorsitzende des Verbands in Baden-Württemberg, mit 90 Ja-Stimmen, vier Enthaltungen und 24 Gegenstimmen.

Zum zweiten Stellvertreter wurde Ulf Zitterbart mit 112 von 117 abgegebenen Stimmen gewählt. Zitterbart ist seit 2014 Landesvorsitzender in Thüringen. Die Landesvorsitzende aus Rheinland-Pfalz Dr. Barbara Römer tritt die Nachfolge von Zitterbart als Beisitzerin an. Sie erhielt 107 Stimmen.

Zum Ehrenvorsitzenden wurde der sichtlich gerührte scheidende Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt einstimmig gewählt. Berthold Dietsche erhielt einstimmig die Ehrenmitgliedschaft im Verband.

Beier: Arbeit im Vorstand ist Teamarbeit

In seiner Vorstellungsrede hob Beier hervor, dass er die Arbeit im Vorstand des Hausärzteverbands vor allem als Teamarbeit ansehe, er wolle alle an einen Tisch bringen und die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen. Er kündigte an, die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV) weiterzuentwickeln. Im neu gegründeten HzV-Vertragsausschuss habe die Arbeit bereits begonnen, berichtet der Vorsitzende des Landesverbands Bayern.

Beier erinnerte daran, dass auch die Entwicklung der HzV „eine Arbeit im Team“ gewesen sei, mit Protagonisten wie Dr. Berthold Dietsche, Dr. Wolfgang Hoppenthaller und Dr. Dieter Geis. Als Vorsitzender habe Weigeldt die Hausärzte zusammengehalten: „Kein Berufsverband ist so geeint durch die Pandemie gekommen. Du hast es immer geschafft, uns zu einen“, lobte Beier.

Hausärzte auf Augenhöhe mit der Politik

Weigeldt habe Großes geschaffen, nun sei die Frage, wie es weitergehen könne, „in einer Zeitenwende, in der nichts bleibt, wie es ist“. Der politische Antrieb, für den er Berufspolitik mache, sei, dass die Hausärzte auf „Augenhöhe mit der Politik bleiben“.

Nach den Jahren der Pandemie seien die Praxisteams teilweise ausgebrannt. Beier rief dazu auf, „unsere Teams, also MFA und VERAH, stärker mit ins Boot zu holen, nicht nur in Reden, sondern auch im praktischen Handeln.“

Die Debatte um den MFA-Bonus und auch die aktuelle Erhöhung des Orientierungswertes um zwei Prozent ärgerten ihn: Die aktuelle Honorarerhöhung sei „lächerlich. Das ist so, wie wenn man im Restaurant auf eine Rechnung von 150 Euro 50 Cent Trinkgeld gibt.“ Da sei es manchmal besser, gar nichts zu geben.

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Auch angestellte Ärzte im Blick

Die neu gewählte erste Stellvertrerin Nicola Buhlinger-Göpfarth hob in ihrer Vorstellungsrede hervor, dass sie sich dafür einsetzen wolle, dass der Hausärzteverband als modern wahrgenommen werde. So müssten die Hausärztinnen und Hausärzte in Zukunft voraussichtlich mit weniger Arztzeit mehr Patientinnen und Patienten versorgen.

Dafür setzt Buhlinger-Göpfarth auf die Automatisierung von Prozessen durch Digitalisierung. Die Lehrbeauftragte der Universität Heidelberg will sich auch für eine bessere Verzahnung von Versorgung und Forschung einsetzen.

Der neue zweite Stellvertreter Ulf Zitterbart, im Bundesvorstand zuvor Beisitzer, kündigte an, sich für die angestellten Ärzte einsetzen zu wollen. „Auch die kleinen Praxen müssen wir im Blick behalten“, betonte Zitterbart. Sie seien in Thüringen beispielsweise noch immer die Mehrheit.

Hausärzte so selbstverständlich wie Wasser aus der Leitung

Die Politik habe in der Pandemie durchaus gemerkt, dass ÖGD und Impfzentren beim Impfen gegen Corona die Versorgung nicht sicherstellen können. „Die Gesellschaft hat gesehen, dass es ohne uns nicht geht. Jetzt können wir selbstbewusst sagen, was wir wollen und was wir anbieten“, betonte der neue Vorsitzende.

Hausärztinnen und Hausärzte seien selbstverständlich wie Wasser aus der Leitung und wie Kinder in der Schule. „Dass wir als selbstverständlich wahrgenommen werden, sollte uns selbstbewusst machen“, rief Beier, „daraus stellen wir Ansprüche“. (ger)

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