Einmalzahlung

Corona-Bonus auch für Pflegekräfte in Kliniken

Vehement wurde sie gefordert, nun soll es auch für Pflegebeschäftigte in Krankenhäusern eine Corona-Prämie geben. GKV-Spitzenverband und Krankenhausgesellschaft sollen zeitnah einen Vorschlag vorlegen. Unklar ist, wer die Kosten trägt.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:
Viele Krankenpflegekräfte mussten während der Hochzeit der Pandemie unter erschwerten Bedingungen arbeiten.

Viele Krankenpflegekräfte mussten während der Hochzeit der Pandemie unter erschwerten Bedingungen arbeiten. Jetzt sollen auch sie einen Bonus als Anerkennung bekommen.

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Berlin. Pflegebeschäftigte in Krankenhäusern sollen nun doch in den Genuss einer Corona-Sonderzahlung kommen. Auf „Anregung“ von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der GKV-Spitzenverband einen Vorschlag erarbeiten, wie dies „zügig“ umgesetzt werden könne, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbands, Florian Lanz, der „Ärzte Zeitung“.

Zuvor hatten Vertreter der DKG und des GKV-Spitzenverbandes mit Spahn über das Thema beraten. Die DKG teilte dazu auf Anfrage mit: „GKV und DKG sind beauftragt, zeitnah Lösungswege für Zahlungen an besonders belastete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere in der Pflege aufzuzeigen.“

Würdigung für Corona-Einsatz

Bislang gibt es den sogenannten Corona-Bonus nur für Beschäftigte in der ambulanten und stationären Altenpflege. Spahn hatte die einmalige Sonderzahlung von bis zu 1500 Euro unter anderem damit begründet, dass Altenpfleger in der Hochzeit der Pandemie auch die fehlende Zuwendung von Angehörigen kompensiert hätten. Viele Pflegeheime hatten zum Schutz der Bewohner vor einer SARS-CoV-2-Infektion Besuchsverbote verhängt.

Pflegeverbände hatten in der Vergangenheit mehrfach betont, die Sonderzahlung in der Altenpflege sei richtig und angemessen. Der Einsatz der Pflegefachkräfte in Krankenhäusern während der Pandemie sei aber ebenfalls mit einem Bonus zu würdigen. Alles andere sei den Beschäftigten nicht zu vermitteln.

Bonus-Vorschlag bis spätestens Anfang September

„Viele Pflegekräfte waren bei der Versorgung von Corona-Patienten ganz besonders gefordert“, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes Lanz. Die Kassen würden die Anregung des Gesundheitsministers für einen Bonus daher „gerne übernehmen“, so Lanz. Aus Kreisen der Gesprächsteilnehmer hieß es, mit einer Entscheidung, wie das Ganze umzusetzen ist, sei spätestens Anfang September zu rechnen.

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Die Gretchenfrage dürfte lauten, wer für die Kosten der Einmal-Zahlungen aufkommt. Die Krankenhauslobby sieht die Kassen in der Pflicht. In der „Phase der historisch größten Herausforderung des Gesundheitswesens“ sparten die Kassen offensichtlich in Milliardenhöhe, hatte die DKG Anfang der Woche erklärt.

Vor diesem Hintergrund sei die Weigerung der Kostenträger, „die von der Politik geforderte Bonuszahlung für Pflegekräfte zu finanzieren, nicht mehr vermittelbar“, so DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Sie stelle „fast schon einen Affront gegenüber den Pflegekräften dar, die mit ihren Sozialversicherungsbeiträgen die Überschüsse mitfinanzieren“.

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