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„Zeitnahe“ Regelung angekündigt

Spahn: Schon bald wird in Arztpraxen gegen COVID-19 geimpft

Der Corona-Impfstart in Arztpraxen steht bevor: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigt an, zeitnah die Impfverordnung anzupassen. Derzeit werden schon die Lieferketten aufgebaut.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn berichtet: Corona-Impfungen in Arztpraxen werden „zeitnah“ vorbereitet.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn berichtet: Corona-Impfungen in Arztpraxen werden „zeitnah“ vorbereitet.

© Wolfgang Kumm/dpa

Berlin. Der Corona-Impfstart in Arztpraxen steht bevor. Die Impfverordnung werde zeitnah in diese Richtung angepasst. Das hat Gesundheitsminister Jens Spahn am Freitagvormittag in der Bundespressekonferenz bekanntgegeben.

Ursprünglich war vorgesehen, die Arztpraxen erst im zweiten Quartal einzubeziehen. Da einige Länder bereits an ihre Grenzen stießen, sollen nun zusätzliche Kapazitäten aufgebaut werden, betonte Spahn. „Es liegen zu viele Impfdosen im Kühlschrank“, sagte der Minister.

Aufgebaut würden derzeit die Lieferketten vom Großhandel über die Apotheken bis in die Praxen, sagte Spahn. Man könne dafür auf „eingespielte Logistikwege“ zurückgreifen, in der Pandemie sei es aber etwas anders als sonst. „Das wird kein Spaziergang“, fügte der Minister an.

Logistik noch „im Fluss“

Die Umsetzung der Logistikkonzepte sei aktuell noch „im Fluss“ hieß es dazu am Freitag von KV-Seite. In einem Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium vom 12. Februar, das der „Ärzte Zeitung“ vorliegt, hatte die KBV-Spitze ihre Forderungen an ein Distributionskonzept formuliert, um die COVID-19-Schutzimpfungen in der vertragsärztlichen Versorgung „reibungslos“ umzusetzen.

  • Im Schnitt sollte jeder der teilnehmenden Praxis „mindestens 100 Impfstoffdosen pro Woche“ zur Verfügung stehen, wobei es Praxen mit einem deutlich höheren Durchsatz geben dürfte. Insgesamt sollten die Praxen drei bis fünf Millionen Dosen erhalten.
  • Bestellungen sollten „einfach und unbürokratisch“ unter Angabe der jeweiligen Mengen an Vektor- und mRNA-Impfstoffen über das Muster 16 möglich sein. Praktikabel erschienen Bestellungen für zwischen einer und vier Wochen. Die Anlieferung solle wegen der Kühlung allerdings wöchentlich erfolgen.
  • Liefermengen und –zeitpunkte sollten den Praxen frühzeitig bekannt sein, um das Terminmanagement zu ermöglichen. Über Kürzungen der Liefermengen sollten die Ärzte mindestens eine Woche vor Lieferung informiert werden.
  • Die Lieferungen sollten in für die Praxen nutzbaren Gebindegrößen direkt an die Praxen erfolgen, im Fall des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer am besten Montagvormittag. In einem „Komplettpaket“ sollten sich auch die erforderlichen Verbrauchsmaterialien wie Spritzen und Kanülen befinden, um das Risiko des Überschreitens der Haltbarkeit zu minimieren.

Erst Modellprojekte, dann alle

Mehrere Bundesländer lassen in Modellprojekten das Impfen in Arztpraxen bereits zu. Spahn berichtete, dass einige Länder darum gebeten hätten, hier eine rechtliche Grundlage auch in der Impfverordnung zu schaffen. „Das werden wir zeitnah ausdrücklich regeln, und auch Vergütungen für die Ärzte vorsehen“, sagte Spahn.

In einem ersten Schritt sollen Arztpraxen beauftragen können, Menschen mit Vorerkrankungen zu impfen. Solche Modelle werden vorbereitet. In Berlin bereitet die KV eine Pilotphase mit Schwerpunktpraxen für Krebs- und Diabetespatienten vor.

In einem weiteren Schritte werde es mit steigenden Impfstoffmengen nötig, die Arztpraxen insgesamt regelhaft in die Kampagne einzubeziehen, sagte Spahn.

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5,7 Millionen Impfungen

Die Impfkampagne gewinne aber auch so an Fahrt, sagte Spahn. Stand Freitag habe es 5,7 Millionen Impfungen gegeben. Damit hätten 4,5 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfung erhalten, mehr als zwei Prozent auch die zweite Impfung. In den vergangenen beiden Tagen habe die Zahl der Impfungen am Tag mit 160 000 ihre bisherigen Höchststände erreicht.

Bis zum Ende der ersten Märzwoche werden elf Millionen Impfdosen an die Länder ausgeliefert sein, kündigte Spahn an.

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Kommentare
Dr. Hans-Uwe Daniels 27.02.202106:39 Uhr

Die "Corona-Impfung" ist keine Covid-Impfung (also gegen die Erkrankung=Disease) sondern gegen das SARS-19-Virus (incl der Mutanten?)

Alexander Joppich antwortete am 01.03.202110:22 Uhr

Hallo Dr. Daniels,

da haben Sie streng genommen recht. Wie Sie aber schon durch die Formulierung "Corona-Impfung" wahrscheinlich gemerkt haben, wird auch bei dem Begriff Corona nicht streng zwischen dem Virus und der Erkrankung unterschieden – selbst in Fachmedien. Auch wir verwenden den Begriff in beiden Kontexten, da wir keine Verwechslungsgefahr sehen. Eine ähnliche Unschärfe gibt bei der Entwicklung einer "AIDS-" bzw. HIV-Impfung. Dennoch stimmt Ihr Einwand natürlich prinzipiell.

Dipl.-Med Miroslaw Wyszynski 26.02.202118:34 Uhr

ich habe kein fachinfo über notfallmässig zugelassene Impfstoffe. ich habe keine Strategie über Beratung vor der Impfung. Welche Patienten mit welchen Krankheiten dürfen oder nicht dürfen geimpft werden. Darf ich eine Patientin, die an multipler Sklerose erkrankt ist mit Astrazeneca vektor basierter Impfung impfen. Wer haftet für Impfschäden? Ist das geregelt?

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