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Kommentar

Corona-Impfzentren – Kernaufgabe im Blick

Ärzte betrachten Impfungen als eine ihrer Kernaufgaben. In der Pandemie können sie nun beweisen, warum sie die ersten Ansprechpartner bleiben sollten.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:

Nie wurde so viel über das Impfen gesprochen wie derzeit und wenn die Umfragen sich bewahrheiten, wird sich die Mehrheit der Deutschen gegen Corona impfen lassen. Und von wem? Die Antwort auf diese Frage haben die KVen vorweggenommen. Sie haben von Beginn an keinen Zweifel daran gelassen, dass diese Aufgabe in die Hände der Ärzte gehört – wenn möglich, in die Hände der in den Praxen tätigen Ärzte. Auch wenn die Niedergelassenen seit Jahrzehnten Anlaufstelle für Impfwillige sind, war es nicht selbstverständlich, dass dies in der Pandemie so bleibt.

Erstens ist es eine große Herausforderung, in wenigen Monaten viele Millionen Menschen zusätzlich zur normalen ambulanten Versorgung zu impfen – zumal dies zunächst nicht in Praxen, sondern in Zentren geschehen wird. Deren Öffnungszeiten überschneiden sich mit den Praxisöffnungszeiten. Jeder Praxisinhaber ist damit gefordert, Praxis und Zusatzaufgabe in einem Impfzentrum zu koordinieren.

Zweitens haben wir eine Diskussionin der Fachwelt und in Ansätzen auch in der Gesellschaft, ob das Impfen in Deutschland grundsätzlich nur durch Ärzte erfolgen soll. Um mehr Menschen für Impfungen zu motivieren, heißt es, müsse man mehr Anlaufstellen etwa in Apotheken schaffen.

Wenn Ärzte wollen, dass das Impfen weiterhin als ihre Kernaufgabe angesehen wird und andere Berufe dafür nicht benötigt werden, müssen sie dies auch in einer Ausnahmesituation wie in der Pandemie unter Beweis stellen. Das haben die KVen früh begriffen und deshalb eindringliche Appelle an ihre Mitglieder gerichtet. Die haben dann Fakten geschaffen, indem sie sich in großer Zahl gemeldet und damit ein klares Zeichen gesetzt haben: Ärzte wollen und werdenweiterhin die ersten Ansprechpartner in Sachen Impfen sein. Ob sie die einzigen bleiben, ist damit aber nicht ausgemacht.

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

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