Direkt zum Inhaltsbereich

Warnung vor Versorgungslücken

DIVI-Präsident: In Corona-Pandemie andere Krankheiten nicht vernachlässigen

Zu viele Patienten würden aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus nach wie vor Kliniken und wichtige Vorsorgetermine meiden, mahnt DIVI-Präsident Marx. Auch kritisiert er den angekündigten Pflegebonus.

Veröffentlicht:

Berlin. Intensivmediziner Professor Gernot Marx zeigt sich angesichts verschobener Operationen alarmiert.

„Ebenso besorgniserregend ist, dass viele Bürger, die gesundheitliche Probleme haben, zum Beispiel im onkologischen oder im Herz-Kreislauf-Bereich, gar nicht erst zum Arzt oder in die Klinik gehen, etwa aus Angst vor einer Ansteckung“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) der „Welt“ am Dienstag. Statistiken zufolge hatte es im Corona-Jahr 2020 rund 2,5 Millionen weniger Krankenhausbehandlungen gegeben als im Vorjahr.

Die Folgen seien stark verzögerte Diagnostik und Versorgung, sagte Marx. „Wir können nicht nur reine Corona-Medizin machen“, mahnte er. Wer sich schlecht fühle, solle sich umgehend untersuchen lassen.

Pflegebonus: Nett gemeint, aber bringt nicht viel

In der Krankenhausbelegschaft sei die Stimmung „weiterhin sehr schlecht“, sagte er. Die intensivmedizinischen Teams befänden sich seit fast zwei Jahren in einem „Ultra-Marathon“. Angesichts dessen sei der angekündigte Pflegebonus „nett gemeint, aber bringt nicht viel. Der ist wie eine Rakete statt einem Feuerwerk.“

Sinnvoller wäre es aus Sicht von Marx, etwa Nacht- und Wochenendarbeit nicht zu besteuern. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in Deutschland jedes Jahr zwei Millionen Intensivpatienten behandeln, deren Versorgung langfristig gesichert werden muss.“

Lesen sie auch

Dafür sei es entscheidend, Pflegekräfte in ihrem Beruf zu halten. „Wenn wir in der Corona-Lage langsam das Oberwasser gewinnen, dann aber keine Pflegekräfte mehr in der Intensiv- und Notfallmedizin haben, folgt gleich die nächste Katastrophe.“

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert indes eine Ausweitung des geplanten Pflegebonus auf alle Mitarbeitenden in der Gesundheitsbranche. Dabei gehe es „vom Krankenhauspersonal bis hin zu den Arzthelferinnen“, sagte Söder der „Bild“-Zeitung. (KNA)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

US-Datenbank-Analyse

Hochdosierter Influenza-Impfstoff könnte Demenz vorbeugen

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren

Lesetipps
Eine Warze auf der Hand.

© Hairem / stock.adobe.com

Tipps für die Therapie

Was gegen Warzen wirklich hilft

Nicht alles, was im Internet kursiert, stimmt auch – gerade wenn es um Gesundheitsfragen geht. Augen auf und hinterfragen!

© peterschreiber.media / stock.adobe.com

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck