Gesundheitspolitik international

"Ein Wahlkampf der Oberflächlichkeiten!"

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WIEN (ine). Nach dem Ende der großen Koalition in Österreich finden dort am 28. September Nationalratswahlen statt. Ärztevertreter kritisieren, dass das Thema Gesundheit bislang kaum eine Rolle spielt.

Österreichs Ärztekammer-Präsident Walter Dorner spricht gar von einem "Wahlkampf der Oberflächlichkeiten". Dorner kritisiert unter anderem die Pläne für einen freien Zugang für das Medizinstudium von SPÖ (Sozialdemokratischer Partei Österreichs), FPÖ (Freiheitlicher Partei Österreichs) und Grünen.

Diese Forderung konterkariere die jahrelangen Bemühungen der Ärzte, die Qualität der Medizinerausbildung zu verbessern, heißt es in einer Mitteilung der Kammer. Die Medizinuniversitäten hätten weder die personellen Ressourcen noch die finanziellen Mittel, alle Bewerber aufzunehmen.

Der Ärztevertreter fordert von den Politikern "klare Stellungnahmen zum Gesundheitssystem". Vorrangiges Ziel sei die rasche Entschuldung der Gebietskrankenkassen, etwa durch eine Verbreiterung der Beitragsgrundlagen oder durch Einsparungen im Arzneimittelbereich.

In den Wahlprogrammen und im Internet-Auftritt der Parteien spielt das Gesundheitssystem keine große Rolle. Die Parteien sind sich lediglich einig, dass das Pflegegeld erhöht werden muss. Die SPÖ will zudem die Krankenkassen sanieren, die Österreichische Volkspartei (ÖVP) will die Pflege längerfristig mit einem Fonds aus Privatisierungserlösen finanzieren und fordert generell mehr Zeit für Patienten und mehr Kommunikation zwischen Niedergelassenen und Kliniken. Die Grünen sind ebenfalls für die Sanierung der Krankenkassen und die FPÖ fordert, dass vom Arzt verschriebene Naturheilmittel künftig von den Krankenkassen bezahlt werden sollen.

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