Kommentar zur Diakonie

Eine normale Firma

Von Anno FrickeAnno Fricke Veröffentlicht:

Das Diakonische Werk ist auf dem Weg, eine ganz normale Firma zu werden. Nach dem Ende der sozialpolitischen Schönwetterperiode der Selbstkostendeckung für die Krankenhäuser vor zehn Jahren verblasst der Glanz des so genannten Dritten Weges der religiös geprägten freigemeinnützigen Gesundheitskonzerne.

Auch für Organisationen wie die Diakonie gelten die Reformen des Gesundheitssystems: in Richtung Markt und Wettbewerb.

Um Kosten, vor allem beim Personal, zu sparen, hilft den Kirchenkonzernen das Privileg, Tendenzbetrieb zu sein: In diesem System gibt es kein Streikrecht, es gilt ein weitaus schwächeres Mitbestimmungsrecht als in weltlich-kommerziellen Betrieben.

Eigene Leiharbeitsfirmen, in den Kliniken und Pflegeheimen vor allem aber die Ausgründung von Servicegesellschaften, sollen Lohnkosten senken, haben Wissenschaftler der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in einer aktuellen Studie festgestellt.

Die Arbeitgeber in der Diakonie sehen in ihrer Welt Arbeit und Kapital nicht im Konflikt.

Tatsächlich deutet viel darauf hin, dass sich ihr reales Verhalten prinzipiell nicht von kommerziellen Organisationen unterscheidet. Das macht Privilegien fragwürdig.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Soziale Kälte in der Diakonie

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