Ärztinnen und Ärzte im Arbeitskampf?

Fachärzte in Bayern: „Begrenzte Leistungen für begrenztes Geld!“

Der Bayerische Facharztverband sieht durch die aktuelle Lage seine langjährigen Forderungen bestätigt. Nun denken die Augenärzte über eine Urabstimmung für einen Arbeitskampf nach.

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Untersuchung der Retina: Werden die Wartezeiten für solche Leistungen in Zukunft länger? Die Augenärzte wollen eine Urabstimmung zu Leistungseinschränkungen organisieren, schreibt der Facharztverband in Bayern.

Untersuchung der Retina: Werden die Wartezeiten für solche Leistungen in Zukunft länger? Die Augenärzte wollen eine Urabstimmung zu Leistungseinschränkungen organisieren, schreibt der Facharztverband in Bayern.

© mmphoto / stock.adobe.com

München. Der Ton in der Diskussion über die Sparpläne der Bundesregierung verschärft sich. Sie veranlassten den Berufsverband der Augenärzte (BAV) jetzt, zur Urabstimmung über Leistungseinschränkungen und Arbeitskampfmaßnahmen aufzurufen.

Das berichtet der Bayerische Facharztverband in einer Mitteilung – und fühlt sich in seinen Forderungen bestätigt. Die Fachärzte hoffen auf „breite Solidarität“.

Hintergrund ist das Vorhaben der Bundesregierung, mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz die Neupatienten in Facharztpraxen wieder ins Budget zu überführen. Das würde die Fachärzte geschätzt rund 400 Millionen Euro kosten.

Bundesweite Urabstimmung

Mit dem BAV greife nun der erste fachspezifische Berufsverband die langjährigen Forderungen des Bayerischen Facharztverbandes (BFAV) nach begrenzten Leistungen für begrenztes Geld auf und führt eine bundesweite Urabstimmung über die geeigneten Antworten der Praxen auf die geplanten Honorarkürzungen durch.

Der BFAV unterstütze diese Aktion „vollumfänglich“ und wünsche sich, dass sich möglichst alle fachärztlichen Berufsverbände solidarisch an dieser Aktion beteiligen. Dass Fachärzte über Warnstreiks nachdenken, hatte auch bereits der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Dermatologen (BVDD) im „ÄrzteTag“-Podcast gesagt.

„Mit dem Rücken zur Wand“

„In Anbetracht des Wortbruches Lauterbachs zur Neupatientenregelung und der angekündigten nicht kostendeckenden Honorarverhandlungen stehen unsere Praxen mit dem Rücken zur Wand. Wir brauchen daher ein starkes und gemeinsames Signal an die Politik, dass wir nicht mehr gewillt sind, diese mangelnde Wertschätzung und unzureichende Honorierung zu tolerieren“, wird Dr. Wolfgang Bärtl, Orthopäde aus Neumarkt und Vorsitzender des BFAV, in einer Mitteilung zitiert.

Der Verband warnt aber zugleich die eigenen Reihen, es dieses Mal nicht wieder nur bei leeren Worthülsen zu belassen. (ger)

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