Krebsprävention

Frauen mehr in Sorge um die Prostata als Männer

Das vermeintlich starke Geschlecht bleibt weiter ein Krebs-Vorsorgemuffel, sagt eine Umfrage aus: Männer kennen sich bei Vorsorgeuntersuchungen schlechter aus als Frauen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Vorsorgeuntersuchung nicht gemacht? Frauen nehmen es damit ernster als Männer.

Vorsorgeuntersuchung nicht gemacht? Frauen nehmen es damit ernster als Männer.

© pathdoc / stock.adobe.com

München. Frauen nehmen die Krebsvorsorge ernster als Männer. Sie sind auch besser informiert als das starke Geschlecht, welche Präventionsmaßnahmen wichtig sind – und sind auch deutlich engagierter, was deren Umsetzung betrifft. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Bevölkerungsumfrage zur Krebsprävention im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen.

Wenn es um die konkreten Bausteine der besten Krebsprävention geht, nennen 70 Prozent das Nicht-Rauchen, 60 Prozent eine gesunde Ernährung und 56 Prozent die regelmäßige Bewegung. Ein gesunder Lebensstil wird als sinnvoll angesehen, um Krebs vorzubeugen.

Bereits hier zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen schätzen zum Beispiel eine gesunde Ernährung und regelmäßigen Sport deutlich höher ein als Männer. Zudem sind Frauen bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise im Alltag konsequenter als Männer. Das betrifft vor allem die Aspekte Körpergewicht, gesunde Ernährung und Alkoholverzicht.

Frauen nehmen Screenings öfter wahr

In puncto ärztlicher Vorsorgeuntersuchungen erweist sich jedoch nur rund die Hälfte der Befragten als informiert. Als zur Früherkennung geeignet werden die gynäkologische Krebsvorsorge (55 Prozent), das Hautkrebs-Screening (53 Prozent) sowie die Vorsorgeuntersuchungen der Prostata (52 Prozent) genannt. Auch in diesem Punkt sind Frauen besser informiert. Selbst die für Männer relevante Vorsorgeuntersuchung der Prostata empfinden Frauen wichtiger als Männer.

Frauen erkennen aber nicht nur die Notwendigkeit von Untersuchungen deutlich häufiger, sie nehmen Vorsorgeuntersuchungen auch öfter wahr als Männer: Jede Zweite (50 Prozent) geht regelmäßig zur gynäkologischen Krebsvorsorge und 40 Prozent tasten ihre Brust selbst ab.

Dagegen gehen nur 25 Prozent der Männer zur Prostata-Vorsorge. Und auch nur jeder fünfte Mann (20 Prozent) untersucht seine Hoden regelmäßig selbst, obwohl dies ein wichtiger Schritt ist, um Hodenkrebs frühzeitig zu entdecken.

Oft fehlt es an der Disziplin

Die Gründe für das mangelhafte Präventionsverhalten sind vielfältig. 28 Prozent der Deutschen geben der Umfrage zufolge selbstkritisch fehlende Disziplin als Grund an.

Auch die Abneigung vor Arztbesuchen (32 Prozent) und die Angst vor einer schlechten Diagnose (21 Prozent) zählen zu den häufigsten Hindernissen. Jeder Fünfte (22 Prozent) meint sogar, weil er sich aktuell gesund fühle, brauche er sich nicht um Prävention zu kümmern.

Mehr zum Thema

Daten aus der UK Biobank

Fünf Lebensstilfaktoren können wohl ein Reizdarmsyndrom verhindern

Analyse von Sterblichkeitsdaten

Lebenserwartung: Deutschland fällt weiter zurück

Das könnte Sie auch interessieren
Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

© Janssen-Cilag GmbH

Video

Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

Höhen- oder Sturzflug?

© oatawa / stock.adobe.com

Zukunft Gesundheitswesen

Höhen- oder Sturzflug?

Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Digitalisierung

Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Tag der Privatmedizin 2023

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kabinett winkt GVSG durch

Lauterbach macht Hausarztpraxen Mut: „Jede Leistung wird bezahlt“

Aktuelle Forschung

Antikörper – die Verkuppler der Krebsmedizin

Lesetipps
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (r.) bei der Kabinettssitzung am Mittwoch in Berlin.

© Michael Kappeler/dpa

Bessere Rahmenbedingungen für Praxen

Kabinett macht Weg für Lauterbachs Hausärzte-Gesetz frei

Heiße Nächte können nicht nur nervig sein. Sie gehen auch mit einem höheren Risiko für Schlaganfälle einher, so das Ergebnis einer Studie aus München und Augsburg.

© samuel / stock.adobe.com

Studie mit Daten zu 11.000 Schlaganfällen

Tropische Nächte sind offenbar ein Risikofaktor für Schlaganfälle

Der Nephrologe Prof. Jürgen Floege von der Uniklinik RWTH Aachen rät beim 18. Allgemeinmedizin-Update-Seminar in Mainz davon ab den RAS-Blocker abzusetzen wenn der Kaliumspiegel des Patienten ansteigt, da so weder die eGFR verbessert noch das Hyperkaliämierisiko gesenkt wird.

© SaroStock / stock.adobe.com / generated AI

Nephrologe rät

RAS-Blocker bei Hyperkaliämie möglichst nicht sofort absetzen