Bayern

Gesundheitsministerin ruft zur Vorsorge auf

Präventionsbericht zeigt abnehmende Teilnahmebereitschaft zu Vorsorge und Früherkennungsmaßnahmen im Alter.

Veröffentlicht: 02.01.2020, 15:33 Uhr

München. Mit zunehmendem Alter sinkt die Teilnahmequote an Präventivangeboten der gesetzlichen Krankenkassen. Vor diesem Hintergrund ruft Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU) dazu auf, im neuen Jahr Vorsorge- und Früherkennungsangebote der gesetzlichen Krankenkassen stärker wahrzunehmen.

„Vorsorge-Untersuchungen sollten nicht aus Angst vor einer schlechten Nachricht gemieden werden. Denn viele Krankheiten – selbst einige Krebsarten – sind heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.“

Angebote der Vorsorge und Früherkennung werden je nach Altersgruppe unterschiedlich wahrgenommen. Wie aus dem bayerischen Präventionsbericht von 2019 hervorgeht, nehmen an den Vorsorgeuntersuchungen des Kindesalters durchschnittlich noch rund 97 Prozent aller Kinder teil.

Zur Jugendgesundheitsuntersuchung J1 im Alter von 12 bis 14 Jahren sind dagegen nicht einmal mehr die Hälfte erschienen. 2015 nahmen bayernweit nur noch 42 Prozent der Jugendlichen daran teil.

Teilnehmerzahlen sind ausbaufähig

Als ähnlich gering erscheint laut Gesundheitsministerium auch das Interesse der Bayern an den Vorsorgeuntersuchungen im Erwachsenenalter. Danach nahmen am Mammografie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs im Jahr 2016 nur 44 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen teil.

Auch die Darmkrebsfrüherkennung wird eher mäßig in Anspruch genommen. Laut Bericht nutzten nur etwa 49 Prozent der Frauen und 39 Prozent der Männer im Alter zwischen 55 und 75 Jahren die kostenlosen Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung (Stand 2017).

Als steigerungsfähig präsentiert sich nach Auffassung Humls auch die Teilnahme am „Check-up 35“, dem Gesundheits-Check-up für Erwachsene. Im Jahr 2016 seien es deutschlandweit gerade einmal ein Viertel der Anspruchsberechtigten gewesen, die dieses Präventionsangebot genutzt hätten.

In diesem Zusammenhang verwies die Ministerin auf die reformierte Version des Programms. Mit seinem erweiterten Angebot, das auch um eine, mit der Untersuchung verbundene, Beratung verstärkt wurde, sollte der neue „Check-up 35“ eine größere Attraktivität auf die Zielgruppe ausüben. (bfe)

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