Eigenes „Klimabudget“

Hitzewellen: Spahn will Krankenhäuser und Heime umbauen lassen

Heiße Sommermonate sind ältere oder vorerkrankte Menschen eine veritable Gefahr. Selbst im Gesundheitswesen sind viele Einrichtungen nicht auf Hitzewellen eingestellt. Minister Spahn will die Bundesländer zur Nachrüstung in die Pflicht nehmen.

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Schützt nicht wirklich vor Hitze: ein Ventilator in einer Pflegeeinrichtung.

Schützt nicht wirklich vor Hitze: ein Ventilator in einer Pflegeeinrichtung.

© Ludovic Maillard / VOIX DU NORD / PHOTOPQR / picture alliance

Berlin. Angesichts einer steigenden Zahl an Hitzetoten im Sommer will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen besseren Schutz vor allem für die ältere Bevölkerung erreichen. „Krankenhäuser und Pflegeheime müssen so umgebaut werden, dass die Räume nicht mehr überhitzen können“, sagte der CDU-Politiker dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Samstag). Darüber wolle er mit den Ländern sprechen.

Zudem brauche das Gesundheitsministerium ein eigenes „Klimabudget“, um nötige Anpassungen auf den Weg zu bringen. Klimaschutz sei Gesundheitsschutz, fügte Spahn hinzu. In seinem Ressort gehe es aber primär um die Anpassung an den Klimawandel.

Seit eigenen Jahren gibt es in Deutschland im Sommer laut Spahn eine Übersterblichkeit. Allein im vergangenen August seien Schätzungen zufolge über 4000 Menschen wegen der Hitze gestorben. Ein Bericht des „The Lancet Countdown on health and climate change“ kommt sogar zu der Schätzung von 20.000 hitzebedingten Todesfällen hierzulande im Jahr 2018 (The Lancet 2020; 397: 129–70).

Brysch: „Keine Chance auf Umsetzung“

Kritik an dem Vorstoß kam von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Es brauche „einen effektiven Wärmeschutz für Pflegeheimbewohner und Krankenhauspatienten“, mahnte Vorstand Eugen Brysch. Aus der Politik kämen jedoch „bei jeder Hitzewelle seit Jahren die gleichen Forderungen“. Die Länder kämen „ihrem Grundbedarf an Bau- und Sanierungsmaßnahmen nicht nach“, kritisierte Brysch. Insofern habe auch Spahns Vorschlag „keine Chance auf Umsetzung“.

Die Bundesregierung könne den bislang „ungenügenden Wärmeschutz“ selbst lösen, fügte er hinzu. Dafür brauche es „ein milliardenschweres Investitionsprogramm“. Zudem seien die Bundesländer gefordert, die Bauvorschriften für Neubauten und die anstehenden Sanierungen der Altbauten sofort an einen effektiven Schutz anzupassen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wies unterdessen auf ein neues Informationsportal hin. Auf der Webseite www.klima-mensch-gesundheit.de fänden sich „wissenschaftlich fundierte Informationen in verständlicher Sprache“, sagte der Kommissarische Direktor der BZgA, Professor Martin Dietrich. Zudem gebe es Angebote und Tipps für verschiedene Altersgruppen, um mit tropischen Temperaturen besser zurechtzukommen. (KNA/eb)

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