Befragung

Immer weniger wollen sich gegen Corona impfen lassen

In naher Zukunft wird wohl die erste Corona-Impfung in der EU zugelassen, Impfzentren eingerichtet. Aber was, wenn sich nicht genug impfen lassen? Laut einer Umfrage sinkt die Impfbereitschaft gegen COVID-19 stetig. Und: Gesundheitsberufe reißen sich noch weniger um eine Impfung.

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Ein Notfallsanitäter simuliert am Donnerstag in Hanau an einer Freiwilligen im geplanten Impfzentrum den Ablauf einer Corona-Impfung.

Ein Notfallsanitäter simuliert am Donnerstag in Hanau an einer Freiwilligen im geplanten Impfzentrum den Ablauf einer Corona-Impfung. Die Impfzentren sind logistisch weitestgehend fertiggestellt und einsatzbereit.

© dpa

Berlin. Die Bereitschaft, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, hat Anfang Dezember mit 50 Prozent einen neuen Tiefstand erreicht. Das geht aus COVID-19 Snapshot Monitoring-Studie (COSMO) hervor – ein Gemeinschaftsprojekt unter anderem der Universität Erfurt, des Robert Koch-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Zum Höhepunkt der ersten Pandemiewelle hatten noch 79 Prozent der Befragten grundsätzlich die Bereitschaft zur Impfung bekundet. In den Befragungswellen der vergangenen Wochen ist die subjektiv wahrgenommene Ansteckungswahrscheinlichkeit stetig gesunken. Anfang Dezember bezeichneten es nur noch 37 Prozent der Befragten als „extrem oder eher wahrscheinlich“, dass sie sich anstecken.

Umgekehrt ist in den vergangenen Wochen die Gruppe derer größer geworden, die eine Ansteckung als „extrem oder eher unwahrscheinlich“ bezeichnen – auf zuletzt 41 Prozent.

Der Anteil der Befragten, die die Corona-Maßnahmen als „übertrieben“ bezeichnen, belief sich Anfang Dezember auf 27 Prozent. Damit ist der Wert in den vergangenen Wochen weitgehend konstant geblieben. 61 Prozent bezeichneten zuletzt die Maßnahmen als „nicht übertrieben“. Damit ist der Wert seit Beginn des erneuten Teil-Lockdowns im November praktisch konstant geblieben.

Sorge vor Überlastung des Gesundheitssystems

Andauernd hoch ist bei vielen Menschen die Sorge vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. Auf einer Skala von 1 (sehr wenig Sorgen) bis 7 (sehr viel Sorgen) liegt dieser Wert seit November bei über 5.

Je nach Altersklasse wird die Möglichkeit, einen Arzt aufzusuchen, unterschiedlich beurteilt – aber anders als zu erwarten. Die älteren Befragten (65 bis 74 Jahre) erklärten Anfang Dezember zu 89 Prozent, aus ihrer Sicht seien Arztbesuche jederzeit möglich. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen waren nur 68 Prozent dieser Ansicht.

Bei denen, die bereit sind, sich impfen zu lassen, dominiert das Motiv, die eigene Gesundheit zu bewahren (52 Prozent der Befragten). Für 24 Prozent ist die Impfung vor allem ein Mittel, um die pandemiebedingten Nachteile wie die Kontaktreduktion zu vermeiden. Für ebenfalls 24 Prozent ist keiner dieser genannten Punkte ausschlaggebend.

Große Korrelation zur Grippe-Impfung

Nach Angaben der Studienautorin korreliert die Bereitschaft zur Impfung gegen COVID-19 weitgehend mit der für eine Influenza-Impfung. Auf einer Skala von 1 (auf keinen Fall impfen) bis 7 (auf jeden Fall impfen) wird die COVID-19-Impfung von der Gesamtbevölkerung mit dem 4,45 angegeben. Bei der Influenza-Impfung liegt der Wert mit 4,2 nur geringfügig niedriger.

In der Gruppe, die einen Gesundheitsberuf ausübt, ist die Impfbereitschaft mit einem Wert von 3,98 mit Abstand am geringsten. Die letzte Befragung zu diesem Punkt hat am 17. November stattgefunden. (fst)
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