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Nordrhein

Kammer an Regierung: Redet mehr mit uns!

Die Vertreter der Kammer Nordrhein fordern regelmäßigen Austausch mit der Landesregierung über die Pandemie. Nur dann könnten Vertragsärzte dazu beitragen, dass in der Impfkampagne mit einer Stimme gesprochen wird.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Bemängelt, dass zur Zeit ein konstanter Kontakt mit dem Landesgesundheitsministerium fehlt: Nordrheins Kammer-Chef Rudolf Henke.

Bemängelt, dass zur Zeit ein konstanter Kontakt mit dem Landesgesundheitsministerium fehlt: Nordrheins Kammer-Chef Rudolf Henke.

© Jochen Rolfes

Düsseldorf. Die Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo) fordert das Landesgesundheitsministerium auf, sich im Kampf gegen Corona wieder regelmäßig mit den Akteuren im Gesundheitswesen auszutauschen. Während zu Beginn der Pandemie regelmäßige Gespräche in großer Runde stattgefunden hätten, gebe es inzwischen nur noch anlassbezogene Einzelkontakte mit dem Ministerium, berichtete Kammer-Präsident Rudolf Henke bei der virtuellen Kammerversammlung am vergangenen Wochenende.

„Das erschwert natürlich gemeinsame Kraftanstrengungen, die zum Beispiel nötig sind, um eine erfolgreiche und schnelle Impfkampagne im Land durchzuführen.“ Henke appellierte an das Land, schnell wieder einen Austausch per Telefon oder Videokonferenz mit den Beteiligten aus dem Gesundheitswesen zu etablieren.

Das sei wichtig, damit alle Akteure den gleichen Informationsstand haben, Anregungen aufgenommen und Probleme identifiziert werden können. Die Gespräche sollen auch dazu dienen, die jeweils nächsten Schritte zu erörtern, um dann soweit als möglich mit einer Stimme zu sprechen und gemeinsam handeln zu können.

Priorisierungs-Debatte nicht in den Praxen

„Ich glaube, das erwartet unsere Bevölkerung und das erwarten auch wir, weil wir täglich vor Ort den Patienten Rede und Antwort stehen müssen“, betonte der Kammer-Präsident. Klar ist für ihn, dass beim Thema Impfen Priorisierungsdiskussionen nicht in die Praxen der niedergelassenen Ärzte oder in die Betriebe gehören. „Die Aufklärung über die Impfstrategie muss daher außerhalb der Praxen transparent kommuniziert werden“, forderte Henke.

Ohne die Einbeziehung von Niedergelassenen und Betriebsärzten werde sich das Ziel von einer Million Impfungen täglich nicht erreichen lassen, sagte er. „Natürlich benötigen wir dazu gute Vorbereitungen, feste Liefertermine, schnelle Meldewege, genügend Dosen und eine adäquate Vergütung“ sagte der Kammerpräsident.

In einem mit großer Mehrheit verabschiedeten Aufruf skizzierte die Kammerversammlung vier zentrale Anforderungen, damit es gelingt, in den nächsten Monaten eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern, möglichst viele Erkrankungen und Todesfälle zu vermeiden und eine sichere Perspektive für eine schrittweise Rückkehr zur Normalität zu entwickeln: Die Hygieneregeln weiter konsequent umsetzen, das Potenzial der Impfungen voll ausschöpfen, Schnell- und Selbsttests richtig einsetzen sowie die personelle und finanzielle Basis des Gesundheitswesens stärken.

Blick über den Tellerrand hinaus

Henke forderte dazu auf, sich nicht nur Gedanken über die Impfungen im eigenen Land zu machen. „Wenn das Virus sich in einigen Weltregionen ungehindert ausbreitet, kann es mutieren, und die Varianten könnten wieder für die ganze Welt zur Bedrohung werden.“ Deshalb müsse es das Ziel sein, dass schnell mehr Impfdosen etwa für die solidarische Impfinitiative Covax auch für einkommensschwache Länder bereitgestellt werden, sagte er.

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