Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL)

Mammographie-Screening: G-BA will Anspruch für 70- bis 75-Jährige wohl im September beschließen

Schon ab Sommer 2024 könnten auch Frauen ab 70 Anspruch auf das Mamma-Screening haben. Für unter 50-Jährige wird noch beraten.

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Medizinisches Personal untersucht bei einem Mammographie-Screening

Mamma-Ca-Screening: Künftig sollen auch 70- bis 75-jährige Frauen Anspruch darauf bekommen.

© Hannibal Hanschke / dpa

Berlin. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) will offenbar im September die Ausweitung der anspruchsberechtigten Frauen für das Mammographie-Screening beschließen. Der Beschluss, dass künftig auch 70- bis 75-Jährige die Mammographie auf Kosten der GKV erhalten können, soll voraussichtlich am 21. September getroffen werden, teilte eine G-BA-Sprecherin am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur mit.

Bislang haben bekanntlich 50- bis 69-jährigen Frauen alle zwei Jahre Anspruch auf das Screening. Die Erweiterung der Altersgrenzen in der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie steht bereits seit Jahresbeginn im Arbeitsprogramm des G-BA.

Anspruch für zusätzlich rund 2,5 Millionen Frauen

Das Gremium hatte mit der Überprüfung der Altersgrenzen im März 2021 begonnen. Das daraufhin beauftragte Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hatte sodann Vorteile sowohl für 45- bis 49-Jährige, als auch für 70- bis 75-Jährige ermittelt. Ende April 2023 hatte der G-BA das Stellungnahmeverfahren eingeleitet.

Voraussichtlich ab Sommer 2024 könnten nach einer Anpassung der Richtlinie zusätzlich 2,5 Millionen Frauen anspruchsberechtigt sein, sagte Dr. Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied im G-BA, den „Funke-Zeitungen“.

Allerdings muss das Bundesumweltministerium dafür noch die einschlägige Brustkrebs-Früherkennungs-Verordnung (BrKrFrühErkV) anpassen. Laut deren Paragraf 1 sind Röntgenuntersuchungen zur Brustkrebsfrüherkennung bei Frauen bislang nur zulässig, wenn sie „das 50., aber noch nicht das 70. Lebensjahr vollendet haben“. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte Ende vergangenen Jahres die Erweiterung des Mamma-Screenings auf Frauen bis 75 Jahre empfohlen. Das BfS gehört zum Geschäftsbereich des Umweltministeriums.

Beratung für Ausweitung auf Jüngere läuft

Ein Terminangebot per Post würden Frauen von 70 bis 75 Jahren der G-BA-Sprecherin zufolge nicht vor 2026 erhalten. Ein Grund sei die Umstellung von softwaregestützten Prozessen etwa für die Einladung. Zudem müssten für das Screening der Frauen zusätzliches Personal eingestellt und technische Kapazitäten für die Mammographie erweitert werden.

Über die Erweiterung des Mamma-Ca-Screenings für Frauen im Alter von 45 bis 49 Jahren berät der G-BA noch. Dazu liegen demnach noch nicht alle Ergebnisse der entsprechenden Bewertungen vor. Wichtig ist dabei beispielsweise, dass der Nutzen der frühen Erkennung das Strahlenrisiko bei der Mammographie überwiegt. (nös/dpa)

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