Corona-Umfrage

Maßnahmen zu COVID-19: Akzeptanz der Bürger sinkt

Während Mitte April noch vier von fünf Bürgern bereit gewesen wären, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, bejahten das am 5. und 6. Mai nur noch ein Drittel. Das hat eine Erhebung der Uni Erfurt ergeben.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 08.05.2020, 16:27 Uhr
Maßnahmen zu COVID-19: Akzeptanz der Bürger sinkt

Die Akzeptanz der Bürger für die Corona-Maßnahme sinkt. Die Hände werden laut einer Erhebung immer weniger regelmäßig gewaschen.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Neu-Isenburg. Die Corona-bedingten Verhaltensregeln und Einschränkungen verlieren in der Bevölkerung an Akzeptanz, gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Das zeigt die aktuelle Erhebung des COVID-19 Snapshot-Monitorings (COSMO) der Universität Erfurt.

Dafür werden seit dem 3. März jede Woche über einen Online-Fragebogen das Wissen, die Risikowahrnehmung, das Schutzverhalten und das Vertrauen der Bevölkerung abgefragt. In die aktuelle zehnte Datenerhebung am 5. und 6. Mai waren 1007 Personen ab 18 Jahren einbezogen.

Von ihnen wären 66 Prozent bereit, sich impfen zu lassen, Mitte April waren es noch 79 Prozent. „Eine transparente Risikokommunikation zu erwarteten Nutzen und Risiken einer Impfung gegen COVID-19 ist wichtig“, schreiben die Forscher in dem Monitoring.

Stetig auf dem Weg nach unten

COSMO ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Erfurt, des Robert Koch-Instituts, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Leibniz-Zentrums für Psychologische Information und Dokumentation, des Science Media Center, des Bernhard Nocht Institutes for Tropical Medicine und des Yale Institutes for Global Health. An der aktuellen Erhebungswelle war auch die Gutenberg-Universität Mainz beteiligt.

Nach den Erhebungen sinkt die Akzeptanz der mit den Anti-Corona-Maßnahmen verbundenen Einschränkungen der persönlichen Freiheitsrechte seit dem 24. März kontinuierlich. In den vergangenen Tagen gab es einen signifikanten Rückgang.

Nur jeder Zweite befürwortet Immunitätsausweis

49 Prozent der Befragten sprechen sich aktuell gegen die Einführung eines Immunitätsausweises aus. 67 Prozent sind der Meinung, dass die Inhaber eines solchen Ausweises keine Privilegien genießen sollten. „Weitere Analysen ergaben, dass die Befragten sich nicht absichtlich anstecken würden, um einen Immunitätsausweis zu erhalten“, heißt es in dem Bericht.

Die Akzeptanz von Tracing-Apps sinkt. In der jüngsten Erhebung waren 44 Prozent bereit oder eher bereit, eine datenschutzkonforme App zu installieren, eine Woche zuvor waren es 48 Prozent. 25 Prozent (nach 23 Prozent) würden sich eine solche App auf keinen Fall herunterladen.

Die Maskenpflicht zeigt Wirkung: 77 Prozent tragen häufig oder immer eine Maske in der Öffentlichkeit, nach 58 Prozent in der Vorwoche. Am häufigsten werden Stoffmasken getragen. „Nur zehn Prozent tragen Masken, die medizinischem Personal vorenthalten sind, Tendenz sinkend.“ Nach der Befragung nutzen Menschen über 65 Jahre häufiger eine Mund-Nasen-Bedeckung als 18- bis 29-Jährige. Die Jüngeren kennen sich auch weniger im Umgang mit den Masken aus. Frauen fühlen sich im Umgang mit den Gesichtsbedeckungen sicherer als Männer.

Hände waschen wird seltener

Alle anderen Maßnahmen zur Vermeidung von Infizierungen nehmen dagegen ab. Laut der Umfrage werden öffentliche Orte stärker aufgesucht, das Händewaschen nimmt kontinuierlich ab. 20 Prozent der Befragten gaben an, Ausnahmen bei der Beschränkung der Personenkontakte zu machen (Vorwoche 19 Prozent). Die Zahl derjenigen, die haushaltsfremde Personen und Verwandte treffen, ist von 24 Prozent auf 28 Prozent gestiegen. 50 Prozent gehen (eher) nicht in Selbstquarantäne bei Symptomen, nach zuvor 59 Prozent.

Die Erhebung verdeutlicht, dass Wissen und Tun nicht immer übereinstimmen. „77 Prozent bleiben zu Hause, wenn sie krank sind, obwohl 91 Prozent angeben zu wissen, dass man es sollte.“ Den 77 Prozent Maskenträgern stehen 84 Prozent gegenüber, die über die Schutzmaßnahme Bescheid wissen.

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