Arzneimittelpolitik

Nach Pharmavertretern wird jetzt gegen Ärzte vorgegangen

KÖLN (iss). Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt bundesweit gegen Ärzte wegen Betrugs und Untreue (wir berichteten kurz). Bislang sind rund 480 Mediziner in die Verfahren einbezogen. Es seien aber noch nicht alle Unterlagen ausgewertet, sagt Oberstaatsanwalt Robert Deller der "Ärzte Zeitung". "Man kann davon ausgehen, dass noch einmal genau so viele Ärzte hinzukommen", sagt er.

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Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt seit einem Jahr gegen das Pharmaunternehmen Trommsdorff. aus Alsdorf. Ihm wird vorgeworfen, Ärzte für die Teilnahme an Anwendungsbeobachtungen zu dem Medikament Emestar® (Eprosartan) mit Elektrogeräten belohnt zu haben. Je nach der Zahl der Patienten, bei denen sie Angaben zu den Nebenwirkungen des Arzneimittels machten, erhielten die Mediziner etwa einen Flachbildschirm oder einen Kaffee-Automaten. Den Krankenkassen hatten die Ärzte die Annahme der Vergünstigungen nicht gemeldet.

Aus dem Hauptverfahren gegen Trommsdorff haben sich 16 Verfahren gegen Pharmareferenten ergeben, aus ihnen wiederum stammen die Informationen über beteiligte Ärzte, sagt Deller. Die Verfahren sind jetzt offenbar in Zusammenhang mit den ratiopharm-Ermittlungen ins Interesse der Öffentlichkeit gerückt. Auch hier ermitteln die Aachener in einigen Fällen.Wegen des laufenden Verfahrens will die Firma Trommsdorff keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgeben.

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