Erneuter Aufruf

Niedergelassene Ärzte in Frankreich drohen mit Streik nach Weihnachten

Da die Honorarverhandlungen mit den Kassen nicht vorankommen, könnte es ab dem 26. Dezember in Frankreich zu neuen Streiks niedergelassener Mediziner kommen. Wenn die Regierung dagegen mit Zwangsmaßnahmen vorgeht, könnte eine Eskalation drohen.

Veröffentlicht:
Bereits seit Anfang November verhandeln Ärzteverbände und Kassen über Anpassungen beim kollektiven Kassenvertrag, der „Convention“. Nach Weihnachten soll es, wie schon Anfang Dezember, zu Streiks kommen. Doch Verbände sind sich über das weitere Vorgehen nicht einig.

Bereits seit Anfang November verhandeln Ärzteverbände und Kassen über Anpassungen beim kollektiven Kassenvertrag, der „Convention“. Nach Weihnachten soll es, wie schon Anfang Dezember, zu Streiks kommen. Doch Verbände sind sich über das weitere Vorgehen nicht einig.

© spyrakot / stock.adobe.com

Paris. Nach ihrem zweitägigen Streik Anfang Dezember haben niedergelassene Ärzte in Frankreich weitere Proteste und Streiks ab 26. Dezember angekündigt.

Erneut forderten Ärzteverbände eine Verdoppelung des Pauschalhonorars, das seit dem Jahr 2016 unverändert 25 Euro pro Konsultation beträgt. Gleichzeitig verhandeln seit November Ärzte und Krankenkassen unter Aufsicht der Regierung mit dem Ziel, den kollektiven Kassenvertrag, die sogenannte „Convention“, zu novellieren.

Bei den Verhandlungen stehen auch neue Formen der Delegation und Kooperation mit den Gesundheitsfachberufen auf der Agenda. Weiter verhandeln Ärzte und Kassen über die Vergütung von neuen technischen und präventiven Leistungen, die Ärzte zusätzlich zur Konsultationspauschale abrechnen dürfen.

Ärzte wünschen sich auch eine Koordinationsgebühr, wenn ihre Patienten gleichzeitig von mehreren Kollegen versorgt werden. Kassen haben die Bereitschaft signalisiert, einige dieser Leistungspositionen besser als bisher zu bewerten. Eine spürbare Erhöhung der Grundpauschale lehnen sie aber ab.

Uneinigkeit über Vorgehen bei weiteren Streiks

Daher haben Ärzteverbände ab 26. Dezember erneut Streiks angekündigt. Anfang Dezember war nach Verbändeangaben jede zweite Praxis bestreikt worden. Kassen indes berichten von einer Streikbeteiligung durch jeden dritten niedergelassenen Arzt. Allerdings rufen auch nur noch zwei Verbände praktischer Ärzte dazu auf, nach Weihnachten durchgehend bis Neujahr zu streiken.

Andere Verbände haben dazu aufgefordert, die Nacht- und Feiertagsbereitschaftsdienste nicht anzutreten sowie Samstagvormittag die Praxen zu schließen. Zudem ist für den 5. Januar eine Großdemonstration vor dem Pariser Gesundheitsministerium geplant.

Mit Ausnahme der Röntgen-und Laborärzte, die weitere harte Streikaktionen fordern, zeigen sich die meisten Facharztverbände zurückhaltender und setzen auf Dialog mit den Kassen. Denn angesichts der ohnehin überlasteten Notaufnahmen und Rettungsdienste schließt das Gesundheitsministerium nicht aus, einen Teil oder gar alle streikenden Ärzten aufzufordern, weiter zu arbeiten. Ärzte, die eine solche behördliche Aufforderung ignorieren, würden sich strafbar machen.

Eine solche Maßnahme würde allerdings das Klima der Honorarverhandlungen zusätzlich belasten und könnte zu einem Abbruch der Gespräche führen, heißt es von Seiten der Ärzteverbände. (DDB)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Heimkehrer

Dr. Petrakis’ Weg von Kreta an die Saar – und wieder zurück

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Ein Medikament unter vielen, das wenigen hilft? 2400 Wirkstoff-Kandidaten in der EU haben den Orphan-Drug-Status.

© artisteer / Getty Images / iStock

Wirkstoff-Kandidaten mit Orphan-Drug-Status

Orphan Drugs – Risiken für ein Modell

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Ein junges Mädchen wird geimpft – gegen HPV? (Symbolbild mit Fotomodellen)

© milanmarkovic78 / stock.adobe.com

Vision Zero Onkologie

Die Elimination des Zervixkarzinoms

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Lesetipps
Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?