Direkt zum Inhaltsbereich

Gastkommentar zur Impfstrategie der Bundesländer

Nicht die Stunde der Haarspalterei

Die Einladungen zu den COVID-19-Impfungen haben in vielen Bundesländern für erheblichen Missmut gesorgt. Bremen geht bei den Risikogruppen einen Sonderweg und bindet die Krankenkassen ein.

Von Jörn Hons Veröffentlicht:
Jörn Hons, Pressesprecher der AOK Bremen/ Bremerhaven

Jörn Hons

© AOK Bremen/ Bremerhaven

Spätestens im November 2020 hätte es klar sein müssen: Die seither mögliche Impfung gegen das Corona-Virus – gestaffelt nach jenen Gruppen, die besonders vom COVID-19-Virus gefährdet sind – kann nur mit den Daten der Krankenkassen vernünftig und schnell organisiert werden. Hier können die Versicherten nicht nur nach Alter und Geschlecht, sondern auch nach dem Schweregrad der Vorerkrankungen unterschieden werden. Hier stehen dafür neben Diagnosen auch Arzneimitteldaten und Krankenhausdaten zur Verfügung. Und: die Daten sind auf dem aktuellen Stand. Hier muss nicht anhand des Vornamens geraten werden (wie andernorts geschehen), ob jemand über 80 Jahre alt ist.

Natürlich, da gibt es die Datenschutz-Frage: Dürfen gesetzliche Kassen ihre Versicherten zu einer Impfung einladen, die genau genommen Aufgabe des öffentlichen Gesundheitsschutzes ist? Gegenfrage: Ist das gerade die Stunde der Haarspalter – oder kommt es darauf an, die Pandemie mit dem wirksamsten Mittel zu bekämpfen, das wir zur Verfügung haben? Warum die Politik die Möglichkeiten der gesetzlichen Krankenkassen – außer zum Beispiel in Bremen – offenbar weitgehend außer Acht gelassen hat, bleibt ihr Geheimnis. Aber es ist auch ihre Verantwortung.

Jörn Hons ist Pressesprecher der AOK Bremen/ Bremerhaven

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

Lesen Sie dazu auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vor KBV-Vertreterversammlung und Hausärztetag

„Respektlos, unanständig, skurrile Sicht“: Ärzte-Vertreter kritisieren Kanzler Merz

Anpassung Schutzimpfungs-Richtlinie

Indikationsunabhängige Corona-Impfung künftig für Kassenpatienten erst ab 75

Gemeinsamer Bundesausschuss

Imlunestrant: Zusatznutzen nicht quantifizierbar

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Anne C. Leber 11.02.202114:43 Uhr

Sehr geehrter Herr Hons,

so sehr ich Ihnen zustimme, als Insider dürften Sie aber doch wissen, dass Vernunft in unserem Gesundheitswesen ein Fremdwort ist. Und warum sollte man etwas einfach machen, wenn es auch umständlich geht? Meine Erfahrung in 50! Jahren besagt, dass allzu viele in diesem Bereich ihren Lebenssinn darin sehen und ihren Lebensunterhalt damit verdienen, anderen, das Leben schwer zu machen.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem mir meine Frau bei der Lektüre der Zeitung zum Frühstück nicht sagt: "Sei froh, dass Du nicht mehr in der Verantwortung stehst”!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Ernst A. Göbel,
Idar-Oberstein

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

© Springer Medizin Verlag GmbH

Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie ein Hausarzt mit seinem„Medmobil“ Obdachlose versorgt

Warnzeichen früh erkennen

Immundefekte: Das ist die Basisdiagnostik für die Praxis

Lesetipps
Echzeitdarstellung der Blutzuckermessung auf einem Smartphone

© Remigiusz Góra / stock.adobe.com

Kasuistik

Seltene Ursache rezidivierender Hypoglykämien