Arzneimittelpolitik

Nur trübes Licht vom "Leuchtturmprojekt Demenz" der Kanzlerin

BERLIN (HL). Rasche therapeutische Durchbrüche sind in der Demenzforschung nicht zu erwarten. Die klinische Forschung verläuft schleppend und wird in Deutschland nur halbherzig gefördert.

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Anlässlich des Welt-Alzheimertages am Sonntag zog Professor Isabella Heuser (Charité) von der Hirnliga eine ernüchternde Bilanz. Sie erwartet, dass in etwa fünf Jahren ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte, wenn es keine Rückschläge gibt. Gegenwärtig werden Immunisierungsstrategien in den Phasen 1 bis 2b in klinischen Studien untersucht.

Ernsthafte Mängel stellt Heuser in der klinischen Forschung in Deutschland fest. Sie ist im Vergleich zu anderen Ländern - so hat Frankreichs Staatspräsident Sarkozy gerade ein 1,2 Milliarden Euro schweres Forschungsprogramm für Demenz aufgelegt - unterentwickelt und stark bürokratisiert. Das von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor drei Jahren ausgerufene "Leuchtturmprojekt Demenz" hat ein Volumen von 13 Millionen Euro, mit dem über zwei Jahre psychosoziale Betreuungsstrategien evaluiert werden sollen - das sei viel zu wenig und viel zu kurz, um zu soliden Erkenntnissen zu kommen.

Allerdings gibt es auch Verbesserungen, die vor allem die Pflege und Betreuung Demenzkranker und die Entlastung ihrer Angehörigen betreffen, so Heike von Lützow-Hohlbein von der Alzheimer-Gesellschaft. Neu ist eine Internet-Plattform, auf der sich Betroffene austauschen können (www.alzheimerblog.de)

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