Direkt zum Inhaltsbereich

Stiftung Marktwirtschaft

Ökonomen sehen Nachhaltigkeitslücke in der Pflegeversicherung

Der Staat verschuldet sich immer drastischer – und belastet so junge und künftige Generationen, warnen Wissenschaftler. Ein Paradebeispiel dafür sei die soziale Pflegeversicherung.

Veröffentlicht:
Die Unwucht in den Staatsfinanzen ist nochmals verstärkt worden, kritisiert der Ökonom Professor Bernd Raffelhüschen.

Die Unwucht in den Staatsfinanzen ist nochmals verstärkt worden, kritisiert der Ökonom Professor Bernd Raffelhüschen.

© Gregor Fischer / dpa / picture alliance

Berlin. Ökonomen haben der Bundesregierung schwere Fehler in der Pflegepolitik vorgeworfen. Die jüngste Reform erhöhe nicht nur die Nachhaltigkeitslücke in der sozialen Pflegeversicherung. Sie belaste wegen des neu eingeführten Bundeszuschusses auch die Gebietskörperschaften, erklärte das Vorstandsmitglied der „Stiftung Marktwirtschaft“ Professor Bernd Raffelhüschen am Donnerstag.

„Mit der Pflegereform wurde die aufgrund der voranschreitenden Bevölkerungsalterung seit Jahren diagnostizierte Unwucht in den Staatsfinanzen sehenden Auges noch einmal verstärkt“, kritisierte Raffelhüschen.

Schuldenberg von 14,7 Billionen Euro

Laut Stiftung türmt der Staat immer höhere Schuldenberge auf. In absoluten Zahlen betrage der Gesamtschuldenstand aller staatlichen Ebenen inklusive der Sozialversicherungen aktuell rund 14,7 Billionen Euro. Die Corona-Pandemie treibe die Staatsschulden in Deutschland nicht nur kurzfristig in die Höhe, sondern verschlechtere die fiskalischen Perspektiven auch langfristig.

Mit der im Juni verabschiedeten Pflegereform hat die Koalition einen dauerhaften Bundeszuschuss zur Pflegeversicherung ab 2022 in Höhe von jährlich einer Milliarde Euro auf den Weg gebracht. Zudem steigt der Beitragssatz für Kinderlose.

2020 war der Bund der Pflege erstmals mit einer Sonderzahlung in Höhe von 1,8 Milliarden Euro aus Steuermitteln zur Seite gesprungen. Pflegekassen halten deutlich höhere Zuschüsse für notwendig, um die Pflegefinanzen dauerhaft zu stabilisieren.

„Keine Antworten auf demografischen Wandel“

Raffelhüschen warf den Parteien vor, in ihren Programmen zur Bundestagswahl im Herbst „fast durchgehend keine adäquaten Antworten auf die demografisch bedingten finanziellen Herausforderungen der sozialen Sicherungssysteme“ zu liefern. Viele der sozialpolitischen Vorschläge würden zu einer noch stärkeren Belastung junger und zukünftiger Generationen führen. (hom)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Ein Medikament unter vielen, das wenigen hilft? 2400 Wirkstoff-Kandidaten in der EU haben den Orphan-Drug-Status.

© artisteer / Getty Images / iStock

Wirkstoff-Kandidaten mit Orphan-Drug-Status

Orphan Drugs – Risiken für ein Modell

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Meist Adenokarzinome

Tipps zur Früherkennung: Warnzeichen für Pankreaskrebs erkennen

AMD-Prävention

Altersabhängige Makuladegeneration: Leitlinie gibt Empfehlungen zum Screening

Lesetipps
Eine Frau zieht einen Kompressionsstrumpf auf ihr rechtes Bein.

© Itana / Stock.adobe.com

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?

Eine Tonsillektomie wird im OP durchgeführt.

© ShvedKristina / stock.adobe.com

Verschiedene Verfahren

Vergleichsstudie: Weniger Schmerzen nach intrakapsulärer Tonsillektomie