Direkt zum Inhaltsbereich

Geplante Teil-Legalisierung von Cannabis

BPtK: Ampel-Koalition verpasst Neustart in der Drogen- und Suchtpolitik

Cannabis ist nicht harmlos, warnt die Bundespsychotherapeutenkammer. Die von der Ampel-Koalition geplante Freigabe ab 18 müsse daher einen Ausbau Suchtprävention beinhalten – was der Gesetzesplan aber nicht tue.

Veröffentlicht:
Cannabis: Die Ampel-Koalition plant eine Freigabe ab 18 Jahren.

Cannabis: Die Ampel-Koalition plant eine Freigabe ab 18 Jahren.

© akkash / stock.adobe.com

Berlin. Nach Einschätzung der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) verpasst die Ampel-Koalition mit ihren Cannabis-Plänen einen grundlegenden Neustart in der Drogen- und Suchtpolitik.

Die Regelungsvorschläge zur Teil-Legalisierung von Cannabis seien eine „politische Absichtserklärung“, heißt es in einer Stellungnahme der Kammer für eine Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages am Montagabend (6. November).

BPtK-Präsidentin Dr. Andrea Benecke sagte am Montag, der Konsum von Cannabis nehme unter der bestehenden Prohibitionspolitik seit Jahrzehnten zu, Verbote und Strafen hätten den Konsum nicht eindämmen können.

Das anhaltende Verbot und die Kriminalisierung von Konsumierenden erschwerten Aufklärung, Suchtprävention wie auch den frühzeitigen Zugang zur suchttherapeutischen Versorgung – auch weil der Konsum „tabuisiert und verheimlicht“ werde, so Benecke.

Prohibitionspolitik hat nichts gebracht

Die Regelungen zur Suchtprävention fielen im Gesetzentwurf zu kurz aus, monierte Benecke. „Statt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit mehr Informations- und Beratungsaufgaben auszustatten, sollten die Suchtberatungsstellen in den Kommunen ausgebaut und ausreichend finanziert werden.“

Mehr Angebote brauche es sowohl in der stationären Entzugsbehandlung als auch in der ambulanten Suchttherapie, betonte BPtK-Vorstandsmitglied Cornelia Metge.

Der von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eingebrachte Gesetzentwurf zur teilweisen Cannabis-Legalisierung (CanG-E) sieht eine Freigabe von Hasch ab 18 Jahren unter Auflagen vor.

Erwachsene dürfen maximal 25 Gramm Cannabis für den Eigengebrauch besitzen und privat bis zu drei Cannabis-Pflanzen anbauen. Die Freigabe soll mit einer Aufklärungs- und Informationskampagne flankiert sein. Um Schulen, Kitas oder Sportstätten soll eine Bannmeile gelten, in der das Kiffen untersagt ist. (hom)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Apotheken mischen mit

Vorhaltepauschale: Hartmannbund fordert, die Impfquote auszusetzen

Gesundheitswirtschaft

Impfangebot der Apotheken wird zunehmend bekannter

Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Krisenkommunikation war Schwachpunkt in der Pandemie

© HL

Herbstsymposium der Paul-Martini-Stiftung

Krisenkommunikation war Schwachpunkt in der Pandemie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Corona-Pandemie

Lockdowns: Ein hoher Preis für den Nachwuchs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Kongress in Chicago

Herzkongress AHA 2026: Diese Studien könnten die Praxis verändern

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Lesetipps