Deutscher Ethikrat

Regierung schlägt neue Mitglieder vor

Veröffentlicht: 12.04.2016, 16:44 Uhr

BERLIN. Der Deutsche Ethikrat steht vor einem personellen Umbruch. 13 der 26 Mitglieder werden mit der nun endenden Amtszeit ausscheiden. Das geht aus den Nominierungen von Bundestag und Bundesregierung hervor.

Der Bundestag hatte bereits Mitte März die Liste mit 13 von ihm zu benennenden Mitgliedern veröffentlicht. Sieben von ihnen gehören erstmals dem Rat an. Weil das Ethikrats-Gesetz nur eine einmalige Wiederwahl erlaubt, scheiden mehrere Mitglieder aus, unter ihnen die bisherige Vorsitzende Professor Christiane Woopen sowie zwei ihrer drei Stellvertreter, der Jurist Professor Jochen Taupitz und der frühere Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen.

Der scheidende katholische Moraltheologe Professor Eberhard Schockenhoff wird durch Professor Franz-Josef Bormann ersetzt, der das Fach in Tübingen lehrt. Bei der konstituierenden Sitzung des Rats am 28. April werden zudem erstmals am Tisch sitzen: die Ärztin und Medizinethikerin Alena Buyx (Kiel), die Pflegewissenschaftlerin Professor Gabriele Meyer (Halle), der Medizinrechtler Professor Volker Lipp (Göttingen), der Humangenetiker Professor Wolfram Henn von der Universität des Saarlandes sowie die am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg arbeitende Biologin Professor Ursula Klingmüller.

Neuer Vertreter der Patienten und Behindertenverbände wird der Physiker und Vorsitzende des Vereins Mukoviszidose, Stephan Kruip. Er ersetzt das Ratsmitglied Dr. Peter Radke, der die Glasknochenkrankheit hat. Radke gehörte seit 2008 dem Deutschen Ethikrat an, zuvor war er Mitglied des Nationalen Ethikrats gewesen.

Die amtierende Ratsvorsitzende Christine Woopen verteidigte vergangene Woche anlässlich der Vorstellung der Ratsstellungnahme zum Patientenwohl im Krankenhaus, dass das Gremium wiederholt zu kontroversen Einschätzungen gekommen ist.

Auch eine Analyse pluralistischer Auffassungen bezeichnete Woopen als "einen Wert an sich": "Sie führt zu Einsichten, und sie fördert eine Debattenkultur, die von Aufgeschlossenheit und Respekt getragen ist. Damit trägt sie zu einem inhaltlichen Fortschritt auf argumentativer Ebene bei - und nicht etwa auf machtpolitischer."Minderheitenvoten haben beispielsweise die Rats-Empfehlungen zur Präimplantationsdiagnostik oder zur genetischen Diagnostik. (fst)

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