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Gesundheitswirtschaft

Roche-Chef Steiners fordert verlässlichen Rahmen für Pharmabranche

Der Deutschland-Chef von Roche sieht die neue Bundesregierung auf dem richtigen Weg, Schlüsselindustrien wie Pharma zu fördern. Ob KI helfen kann, künftig günstiger zu produzieren, sei dagegen noch völlig offen, so Daniel Steiners.

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Wünscht sich mehr Offenheit für Innovationen hierzulande: Dr. Daniel Steiners, Vorstand der Roche Pharma AG.

Wünscht sich mehr Offenheit für Innovationen hierzulande: Dr. Daniel Steiners, Vorstand der Roche Pharma AG.

© Rolf Schulten

Berlin. Der Deutschland-Chef des Pharma- und Diagnostikunternehmen Roche begrüßt die Bestrebungen der neuen Bundesregierung, die Pharmaindustrie als Schlüsselbranche zu fördern. „Wir brauchen in Deutschland wieder mehr Offenheit für Neues – und eine echte Willkommenskultur für Innovationen“, sagte Dr. Daniel Steiners im Interview mit der Ärzte Zeitung.

Es sei gut, dass der Pharmadialog fortgeführt werden solle. Gesundheitspolitik sei auch immer Industrie- und Wirtschaftspolitik, so Steiners. Mit dem Medizinforschungs- sowie dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz habe die Vorgängerregierung bereits „einige wichtige Schritte“ gemacht.

Unternehmen sieht Grundrechte betroffen

Kritisch bewertet der Roche-Vorstand das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, gegen das Roche und andere Pharmaunternehmen Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht eingelegt hatten. Das Gericht solle prüfen, „wie weit der Gesetzgeber gehen darf, wenn es um unsere Grundrechte geht“, begründete Steiners die eingelegte Beschwerde. „Wir brauchen als Unternehmen Klarheit und zuverlässige Rahmenbedingungen. Der Rahmen darf sich nicht einfach willkürlich ändern.“

Das im Oktober 2022 von der damaligen Ampel-Koalition verabschiedete Gesetz umfasst ein ganzes Paket zur Begrenzung der Ausgaben und zur Erhöhung der Einnahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Mehrere Maßnahmen betrafen die Arzneimittelpreise. Unter anderem wurden das Preismoratorium bis Ende 2026 verlängert und der Herstellerabschlag für 2023 um fünf Prozentpunkte erhöht.

In einer kürzlich getroffenen Entscheidung hat das Bundesverfassungsgericht Beschwerden von zwei Firmen in diesen Punkten als unbegründet abgewiesen. Zur Roche-Verfassungsbeschwerde liege noch kein Beschluss vor, so Steiners.

Roche setzt auf KI in der Forschung

Der Roche-Vorstandschef, zugleich Mitglied im Präsidium des vfa – Die forschenden Pharma-Unternehmen, begründete steigende Arzneimittelpreise mit der medizinischen Entwicklung und betonte: „Ich finde, in Deutschland als eines der größten und reichsten Industrieländer können und müssen wir uns medizinischen Fortschritt leisten.“

Inwieweit neue Technologien wie die Künstliche Intelligenz dagegen zu Einsparungen in der Forschung und Produktion führen können, ist für Steiners noch offen. „Ob Arzneimittelpreise dadurch sinken werden, das werden wir in Zukunft sehen“, so Steiners.

Roche erhofft sich vor allem in der Forschung neue Möglichkeiten. „Wir versuchen inzwischen die klassische Forschung im Labor stark durch künstliche Intelligenz zu befähigen, effektiver und effizienter neue Wirkstoffkandidaten zu identifizieren und dann zu entwickeln.“ Roche investiert in diesem Zusammenhang jährlich weltweit knapp drei Milliarden Schweizer Franken für IT- und Digitalisierungsfragen. (gab)

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